Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1616389
Achitektur. 
Säulenbau. 
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Form der unverhältnissmässig langen und schmalen Säle bedingt war, 
während anderseits der Plan des persischen Palastes seine gediegene 
Entwicklung wesentlich der Anwendung derselben verdankte. Doch 
auch die sehr untergeordneten Fenstersäulchen der ninivitischen Paläste, 
welche überdiess das Wesen einer Säule schon darum nicht erfüllen, 
weil sie nicht zur Erweiterung des Raumes beitragen, sondern nur als 
ein decoratives Surrogat für die den Zwischenraum zwischen den F en- 
stern bildenden Pfeiler zu betrachten sind, oder die Antensäulcheil der 
kapellenartigen Cellen der Assyrer erlauben die Uebertragung der Ge- 
stalt der persischen Säulen auf sie nicht, indem, wie oben gezeigt wor- 
den ist, die Reliefs (und nur von diesen kennen wir die assyrischen Säul- 
chen) in der Hauptsache andere Formen verrathen. 
Die Perser haben demnach  und darin bestand ihr künstlerischer 
Hauptvorzug vor ihren assyrischen und babylonischen Vorgängern  
die volle Bedeutung der Säulen als raumöffnende 
und erweiternde freie Stützen, wie die Aegypter, 
erkannt, und ihnen auch mit grosser Sorgfalt 
eine besondere stylistische Durchbildung gewid- 
met, welche zwar nicht ohne auswärtige Motive, 
aber im Ganzen originell und wenigstens in den 
einfacheren Arten zweckmässig und auch künst- 
lerisch nicht verwerflich ist. Von dem aus den 
Zeiten des Cyrus selbst herrührenden, sonach älte- 
sten Resten, für welche wir nach Inschriften die  
Ruinen von Pasargadae halten dürfen, steht der Fig- 13- gzfffgääägfentvo" 
Forschung hierüber nur ein Basenfragment zu 
Gebote, welches gleichwohl in nicht geringem Grade belehrend ist. Es 
zeigt nemlich (Fig. 7 3) einen kräftigen Torus (Wulst), und erinnert da- 
durch einerseits an gleiche Formen an den Basen assyrischer Säulchen, 
anderseits aber, sowie überdiess durch die weitere Ausschmückung des 
Torus an eine jüngere Schöpfung, die nicht ohne Zusammenhang mit 
der mesopotamischen Kunst gedacht werden kann, nemlich an die ionische 
Säule. Diese Ausschmückung besteht nemlich in flachen horizontalen 
Canelluren mit scharfen Stegen nach Art des sog. protodorischen Schaf- 
tes an der ägyptischen Pfeilersäule, wie wir sie auch an den Basentoren 
der älteren ionischen Denkmäler ähnlich finden werden. 
Die Terrasse von Persepolis mit ihren erst von Darius an entstan- 
denen Denkmälern hatte fast nur in den von diesem Könige herrühren- 
den Palaste ähnliche Basen, deren Torus durch eine oder zwei unter- 
gelegte quadratische Plattensich vortheilhaft hob, die übrigen zumeist 
RFCBER, Gesch. d. a. Kunst. 7
        

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