Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1616223
Assyrische Plastik. 
Portalkolosse. 
Brllst und in den Vorderbeinen als Rundbilder erscheinen. Diese V er- 
quiekung von statuafiSChef und Reliefbildung hat aber zur Folge, dass 
erstlich diese Thiere in der Regel fiinfbeinig werden, indem die Reliefseite 
vier Beine erfordert, während die Fronte ausser dem vorgesetzten Vor- 
derbein der Reliefdarstellung noch ein zweites beigesetzt erhalten muss, 
um nicht einbeinig zu erscheinen; ferner dass sich die Monstra im Relief 
schreitend, in der Vorderansicht aber stehend darstellen. Diese Cheru- 
bim, wie wir nach den Commentatoren der Bibel solche Gestalten, ndie 
einen menschlichen Kopf, den Körper eines Löwen oder Stieres, die 
Flügel eines Adlers hattenu, nennen dürfen, mit ihren imposanten Götter- 
köpfen, gehörnten Tiaren, langem gelockten Haupt- und Barthaar und 
strengen Zügen, mit den ebenfalls in reichen Löckchen gereihten Haaren 
an Brust, Unterleib und Schwanzende, den gewaltigen wenig geschwun- 
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Fig. 62. GeHügelter Löwe von Nimrud. (Bril. Mus.) 
genen Fittichen und den hartsehnigen Beinen gehören zu den charakte- 
ristischesten Erscheinungen der ninivitischen Sculptur. Vollkommene 
Löwen aber, die ausnahmsweise statt dieser Cherubim vorkommen, 
zeugen von solchem Naturverständniss und von so geschickter Stylisi- 
rung, dass sie ebenfalls wie die sphingenartigen Löwen Aegyptens zu 
den gelungensten plastischen Leistungen gerechnet werden dürfen 
(Fig. 64). 
An diese Portalkolosse schliesst sich yden Reigen der massenhaften 
Wandbekleidungsreliefs eröffnend -häuf1g die bisher nicht genügend 
erklärte Darstellung des sogenannten Baumes des Lebens, eines in Band- 
geflecht und Anthemien bis zu ornamentalem Spiel stylisirten Gex-vächses, 
vor welchem opfernde Gestalten oder geflügelte Genien manchmal mit 
Adlerkopf stehen, die in der einen Hand ein Henkelgefäss, in der andern 
REBER. Gesch. d. a. Kunst. ö
        

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