Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1616188
haldiiische um 
bahyh 
mische Plasti 
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Malerei. 
77 
reichere Proben südmesoiwotamischer, d. h. babylonischer Plastik liefern 
die kleinen Cylinder von Syenit, Basalt, Aehat, Carneol und anderem 
Gestein, gewöhnlich 0,03 M. in der Länge und etwas über 0,01 im Durch- 
messer messend, in der Axe durchlöchert, um entweder an eine Schnur 
gefadelt oder mit einem Metallstift (lurchzogen zu werden, welcher, an 
seinen beiden Enden durch einen Griff" verbunden, den Cylinder über 
einen weichen Gegenstand (Wachs) walzen und so. die ringsum vertieft 
eingeschnittenen Figuren als Siegel abdrucken llCSS. rVgl. Fig. O0.) Wie 
gross auch der Unterschied Zwischen dem Styl dieser Gemmen und dem 
des assyrischen Reliefs, der grilndverschiedenen lntaglien- und Relieftech- 
nik entsprechend, erscheint, 
so sind anderseits die babylo- i H-dti),  
nischen den assyrischen Cylin-   "f Sei;   glJLlm-lläi, 
dergemmen wieder so ver-    '    m; 
wandt, dass gewöhnlich auch  3„" Vl   
nur der Keilschriftcharakter  lwlllmläi   es,  
oder manchmal auch der Ge-  fßj       
genstand der Darstellung, wie   i 
          
Gemme der Art, die auf der  w, WEB, 1, 
Unterflache einen geflügelten lllllilill  
Genius vor einem auf dem Al-   i?   
tar stehenden Halme fGott    
Nergalr; zeigt, ubcr die Hei-     qißilllilllrgir, 
mat der läeliquie entscheidet,   
während viele in Ermangelung  äalilnßi-llllfflil 
solcherlndizien gar nicht näher    
zu bestimmen sind, zumal auch   in  
dQf Fundort bei der leißhten Fig. 60. Babylonischer Uylinder im am. llluseum. 
Transportabilität eines solchen 
Gegenstandes keinen sicheren Anhalt gewährt. Derartige kleine Gegen- 
stände befinden sich bereits in vielen Museen und werden von den Be- 
wohnern von Hillah noch jetzt besonders nach starken Regengüssen in 
den durch dieselben gerissenen Rinnen im Schütte aufgelesen. 
Für die Entbehrung monumental plastischen Sehmuckes der wegen 
des mangelnden oder schwierig zu beschaffenden Materials nicht natio- 
nal werden konnte, mochte indess die Babylonier die frühzeitige Aus- 
bildung einer anderen Technik entschädigen. Man blieb nemlieh weder 
bei der trefflichen Ziegelbildung, auf welche der Lehmboden der ehal- 
däischen Alluvion hinwies, noch bei der unverivüstlichen Fügung der-
        

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