Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1616149
Assyrische Cultstätten, 
Altäre, 
Obeliske. 
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diese Räume mehr für Priesterwohntmgen als für Tempel zu halten seien, 
besonders weil die zwei bekannten Anlagen der Art am Fusse des 
Terrassentempels von Nimrud lzigen, und somit sich vorzüglich als 
Wohnung der Palastpriester eignen mussten. 
Auch die Altarformen werden uns durch Reliefs (Fig. 32 und 54') 
klar. Sie sind meist rechteckig, der manchmal gefurchte Körper ruht 
auf einer Substruction, und trägt eine etwas vorspringende Altarplatte, 
welche mit einem gestuften Zinnenkix-uiz umrandert ist. Dann fand sich 
ein förmlicher Tripod vor dem Fig. 55 abgebildeten Eingang zu dem 
einen der sog. Tempel von Nimrud; und endlich kommen auch einfüs- 
sige Feueraltäre auf Reliefs vor, eine Schale für Brandopfer auf der sonst 
schmucklosen concav geschweiften 
Stütze darstellend, welche jedoch  
weniger architektonischer Natur   
sind, wie auch die vermuthlich   
bronzenen Altartische mit drei oder  
vier Beinen nach Art der Stühle   
und Throne, die auf Reliefs ver-  v.  f 
schiedentlieh vorkommen.      z";  
Bedeutender als die Altäre   
sind die assyrischen Obelisken l  ÄrlilpiQf-H  
welche gleichwohl die riesigen  ,l i'll i,    
Wunder ägyptischer Granitbezrr-  3    xi 
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beitung und Mechanik keineswegs     akar-"ci" 
erreicht zu haben scheinen, aber  Äl, ßfht 
immerhin die Idealform assyriseher Wg  "Tim 
Architektur so rein aussprechen Fig 56 Obelisk von Nimrud 
WlC die ägyptischen die der Bau- 
kunst am Nil. Ein kleines Exemplar der Art aus schwarzem Basalt 2,1 M. 
hoch und 0,6 M. (unten) breit, wurde in Nimrud entdeckt, und befindet 
Sich jetzt im britischen Museum. Der sich schwach verjüngende Pfeiler 
iSt mit einer Terrassenpyramide bekrönt, und gibt so im Kleinen die 
monumentale Hauptform des Tigrislandes ebenso wieder wie der ägyp- 
ÜSChe Obelisk die reine Pyramide. Die Bekrönung wie ein Theil des 
Schaftes sind mit Keilschriften bedeckt, ein grosser Theil ausserdem 
mit Reliefs, welche eine Huldigungsscene mit Aufführung der verschie- 
denartigsten Geschenke (Thiere) darstellen (Fig. 56). 
So reich nach dem Dargestellten die wissenschaftlichen Ergebnisse 
hinsichtlich der Kenntniss der assyrischen Paläste, so dürftig sind sie in 
Bezug auf die Städte, welche im Vergleich mit den Königsburgen nur
        

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