Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1616127
Assyrische Cultstättelm. 
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Muthmassungen möglich sind, indess auch in architektonischer Be- 
ziehung interessant durch das mustcrhafte Backsteintonnengewölbe, das 
ihn bedeckt. Sonst bot die fast zur Hälfte zerstörte Ruine (Fig. 5 3) we- 
nig Bemerkenswerthes, da fast die ganze Bekleidung, namentlich aber 
die Tempelcella verloren gegangen ist, welche sie ebenso wie die chal- 
däischen Terrassentempel bekrönt haben musste. 
Ueber die Gestalt einer solchen Tempelcella aber belehren zwei 
Reliefs, von welchen freilich keines die Cella auf den Terrassenbau selbst 
gehoben zeigt, was aber auf diese selbst kaum von Einfluss ist. Es sind 
Antentempel, d. h. rechteckige Cellen, von welchen nur drei Seiten von 
Wänden gebildet werden, während an der offenen vierten zwei Säulen 
das Gebälk stützen. An der einen Darstellung laufen die Wände zu bei- 
den Seiten der Säulen schmucklos aus, während sie an der andern in 
basenlose Pilaster mit einer den Säulencapitälen verwandten Krönung 
endigen. Das Ge- 
bälk erscheint wenig v 
gegliedert und ladet grinse-ärger: x 
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von Anfang an- in    E E   ä g  
einer schrägen Linie  .1; l    i 4 wir i), J 
aus, die Bekrönung     w,"     l' 
wird durch einen  1„    ,     
gestuften Ziniien- Qyß t]  0   "i  
kranz gebildet, in  s 87   " e  
welchem die rneso-  lßfj '  l   
potamische Idee der  ßffyßemsxx  
Terrassenpyranlide Fig. 54. Relief vom Nordpalast von Koyundschik. 
gleichsam ausklingt. 
Dass derartige Tempelcelleii auch in der Ebene, vielleicht mitten in 
Seeen wie die verwandten phönikischcn, auf natürlichen Erhöhungen, 
ja selbst am Fusse solcher vorkanien, lehren eben die beiden in Ab- 
bildung wiedergegebenen Reliefs (Fig. 32 zu Anfang ClieSCS AbSChHittCS 
und Fig. 54W, von welchen eines uberdiess noch einen besonderen An- 
bau zur Linken zeigt. 1' l d 
Von der beschriebenen Art scheint auch der Pa asttempe er Sar- 
gonsterrasse von Korsabad gewesen zu sein, von Welcher Schon Oben 
die Rede gewesen ist. Bringen wir den Plan desselben, wie er Fig. 4x N 
ersichtlich ist, in Verbindung mit den obigen Reliefansichten, so dürfte 
der weitere Schluss nicht ungerechtfertigt sein, dass die Cella ihre Fronte 
an einer ihrer längeren Seiten hatte, und dass sie sich mit zwei kleineren 
Hintergebäuden zu einer Tenipelgruppe verband, für welche vielleicht
        

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