Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunstgeschichte des Alterthums
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1614812
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1616073
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Chaldäa, Babylonien und Assyrien. 
Reliefbildung noch Weniger über die Organische Durchbildung der 
Formen. 
Da aber diese Säulen in der obenangegebenen Weise nur eine un- 
tergeordnete Anwendung fanden, so war die Form der meisten Räume 
abhängig von dem mangelhaften Holzmateriale der Deckung und 
musste folglich in vieler Beziehung hinter den Anforderungen einer 
monumentalen Architektur zurückbleiben. Wie Decke und Dach im Ein- 
zelnen ausgeführt waren, lässt sich nur verrnuthen. jedenfalls lagen die 
Deckbalken so, dass eine möglichst geringe Länge derselben genügte, 
um bei nicht zu grosser Spannung jeder Senkung in der Mitte, wozu die 
Palmstämme so geneigt sind, und der ver- 
 derblichen Sammlung des Regenwassers in 
 7d  der sich dadurch bildenden Mulde vorzu- 
 beugen. Ich kann auch ferner nicht glauben, 
dass man mit der unmittelbar auf die Decke 
(g gelegten Dachung nicht darnach gestrebt 
haben sollte, derselben zur Erleichterung des 
Wasserablaufes irgend eine leichte Neigung 
zu geben, welche indess die horizontale Er- 
scheinung des Daches selbst kaum alterirt 
haben dürfte. Wie die Dachplatform her- 
gestellt war, und ob wirklich auf den Deck- 
balken eine Thonlage aufgetragen und ein- 
gestampft wurde, wie vermuthet worden ist, 
Wissen wir nicht. Die äussere Auszierung 
JNX von Decke und Dach (Gebälk) endlich be- 
r   stand wahrscheinlich in bemalter Holzver- 
ä ä schaluilg mit Ornamenten der Art, wie sie 
Fignß TiSChWmCiIIEIH asyr_ReHef_ das Pavimentstück (Fig. 42) zeigt, und 
theilte sich wie das ägyptische Gebälk nur in 
zwei Glieder, weil für ein drittes der innere Grund in der zu einem 
Ganzen verschmolzenen Decken- und Dachbildting fehlt. Die Relief_ 
darstellungen von Gebäuden lassen indess vermuthen, dass eine Art 
von gestuftem Zinnenkranz den Rand bekrönte. 
Wie aber die Säulen den Assyrern zwar bekannt, aber nicht in wahr- 
haft zweckmässiger raumerweiternder Weise gebraucht worden waren, 
so scheint es auch mit dem Wölben der Fall gewesen zu sein. Denn 
nach Ausweis der Ruinen waren die Palastterrassen von gewölbten Ca- 
nälen durchzogen und wenn diess namentlich unter dem ältestbekannten 
assyrischen Bauwerke, dem Nordwestpalast von Nimrud (Fig. 49), der
        

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