Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Landschaft in der deutschen Kunst bis zum Tode Albrecht Dürers
Person:
Kaemmerer, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622551
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1623721
Albrecht Dürer. 
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wiederum theoretische Probleme 
studien mehr interessierten. 
und 
physiognomische 
Charakter- 
Über die genauere Einreihung einzelner Landschaftsskizzen 
herrscht allerdings noch keine völlige Übereinstimmung, und die 
Entscheidung einer für Dürers Entwicklungsgeschichte nicht un- 
wichtigen Frage (nach der ersten venetianischen Reise) hängt nicht 
zum geringsten Teil von der chronologischen Fixierung seiner ober- 
italienischen Landschaftsentwürfe ab. Durch die Annahme einer 
ersten venetianischen Reise um 1494 wird eine Anzahl technisch 
bereits hoch entwickelter Skizzen in eine verhältnismäßig sehr frühe 
Epoche Dürers hinaufgerückt. Diese Erscheinung dürfte uns indes 
nicht überraschen, denn mit Recht hebt auch derjenige Forscher, 
welcher zuletzt Thausings Annahme einer ersten venetianischen 
Reise bestritten, Ephrussi, hervor: MTELUICYCS sont arrives ä leur 
apogee par des efforts longtemps repetees, par des lentes et 
penibles transformations, par dincessantes modiücations de leurs 
qualites natives; Durer a ete lui-meme presque des les premiers 
joursß Wenn überhaupt, so gilt dies Wort von Dürers Fähigkeit 
für landschaftliche Darstellung; und so hat auch der Anblick der 
südlichen Natur seine Auffassung in dieser Hinsicht nicht wesent- 
lich beeinflufst. Mit derselben liebevollen Aufmerksamkeit fixiert 
er fesselnde Hochgebirgspartieen und südliche Städtebilcler, wie 
einzelne idyllische Punkte seiner heimatlichen Umgebung. Freilich 
gewährt die wBekanntschaft mit edleren und gröfseren Naturformem 
nicht nur eine xBereicherung des materiellen Substrates der Land- 
schaftsmalereiel), sondern sie regt überhaupt die Empfindung für 
landschaftliche Schönheit kräftiger an, und derart mag auch ihre 
Einwirkung auf Dürer gewesen sein. 
Von den italienischen Künstlern konnte er ohnehin in land- 
schaftlicher Darstellung wenig Neues lernen. Schon seit Rogers 
Aufenthalt in Italien war man dort von Bewunderung für die flan- 
drischen Hintergründe (paesi ponentini) erfüllt gewesen, und be- 
geistert schildert Ciriaco d'Ancona 1449 die wiventia prata, HOYCS, 
Humboldt, 
Kosmos II,
        

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