Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Landschaft in der deutschen Kunst bis zum Tode Albrecht Dürers
Person:
Kaemmerer, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622551
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1623695
Albrecht Dürer. 
wFähigkeit, in. den Anblick der freien Natur sich zu vertiefen und 
die Reize der Landschaft im Bilde nachzuempfindenw). Diejenigen 
Städte, aus denen man eine Reminiscenz an Selbstgeschautes heraus- 
lesen könnte, sind zu zählene), und man darf auch diese nur mit 
der Ansicht Nürnbergs (fol. 100) vergleichen, um zu empfinden, wie 
ungenau der Künstler solche Eindrücke festzuhalten und wieder- 
zugeben vermochte, während er die Einzelheiten seiner Vaterstadt, 
die er täglich vor Augen hatte, in behäbiger Breite schildert. Ein- 
zelne Wahrzeichen, auf die auch der Text aufmerksam macht, 
werden jeder Stadt gewissenhaft beigegeben, und damit ist der 
Deutlichkeit genug gethan. Aber, wie unwichtig auch diese dem 
Künstler gewesen, ergiebt sich aus der Naivität, mit der dieselben 
Holzschnitte für die verschiedensten Städteansichten benutzt werden. 
S0 sieht, um ein Beispiel anzuführen, Mainz nicht anders aus, als 
Neapel, Siena, Aquileja, Mantua und Lyon, ein Phantasieprospekt 
rnufs für Trier, Paclua, Metz, Marseille und Nicaea herhalten, und 
auch die Ähnlichkeit zwischen Lacedaemon, Genf und Mailand 
dürfte etwas stark übertrieben sein. Für viele Bilder, wie z. B. 
Venedig, Rom und Florenz haben augenscheinlich ältere Vorbilder 
vorgelegen. 
Abgesehen von dieser äufserlichen Auffassung der gestellten 
Aufgabe zeigen die Bilder eine so rohe Perspektive und so Wenig 
Sinn für landschaftliche Komposition, dafs ihre Bedeutung für die 
Entwicklung der Landschaftsmalerei ebenso entschieden in Abrede 
gestellt werden mufs, als etwa die Behauptung, dafs die Bildnisse 
berühmter Männer in Schedels Chronik irgend etwas mit der Ge- 
schichte der Portratrnalerei zu thun haben. Diese Art der Bücher- 
illustration beweist nur, wie wenig noch das Kunstgewerbe jener 
Zeit die Errungenschaften der grofsen Kunst aufzunehmen und zu 
verwerten imstande war, selbst wenn Maler, wie Wolgemut, in 
die Entwicklung desselben mit eingriffen. Wie weit Wolgemut 
persönlich sich an der Ausführung der Illustrationen für Schedels 
1) Thausing, Dürer L1 p. 69. 
2) Augsburg, Regensburg, Ofen, 
München, Constanz, Basel. 
Salzburg, 
Bamberg, Ulm, 
Würzburg, 
Passau,
        

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