Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Landschaft in der deutschen Kunst bis zum Tode Albrecht Dürers
Person:
Kaemmerer, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622551
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1623677
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Albrecht 
Dürer. 
überhaupt eine Bedeutung für die Entwicklung der Landschafts- 
malerei haben können. Die graphischen Künste knüpfen an die 
fabrikmäfsige Illustrationstechnik des XV. Jahrhunderts an, "welche 
weiten Kreisen die Freude an bildlicher Darstellung erschlofs und 
damit den raschen Aufschwung der polygraphischen Gewerbe in 
der zweiten Hälfte des XV. Jahrhunderts schufW). Technisch ent- 
wickelt sich der Holzschnitt aus dem Zeugdruck und dies erklärt 
vielleicht mit das zähe Festhalten an der archaischen Stilisierung 
vegetabilischer Elemente, da das Kunstgewerbe sich bekanntlich 
von dem Bann der Tradition weit schwerer zu befreien vermag, 
als die Grofskunst. Und ein Gewerbe war der Formenschnitt ge- 
blieben bis in die Tage Wolgemuts. Man betrachte nur die In- 
kunabeln der Holzschneidekunst z) auf ihre landschaftlichen Beigaben 
hin. Es handelt sich fast ausschließlich nur um eine fragmenta- 
rische Terrainangabe, meist in roher treppenartiger Abstufung mit 
unbeholfen stilisierter Vegetation. Der Horizont ist tief gelegt, 
wahrscheinlich um die Verwirrung der figürlichen und landschaft- 
lichen Linien zu vermeiden. 
Von den etwas weiter vorgeschrittenen Landschaftsdarstellungen 
in Holzschnitt, die wir bereits oben (p. 77) anführten, sei hier nur 
der Illustrationen zu Breydenbachs Reise nach jerusalem3) ein- 
gehender Erwähnung gethan, weil sie uns beweisen, dafs Wolge- 
muts Städteansichten in Schedels Weltchronik weder isoliert noch 
bedeutend über dem Durchschnitt stehen. Die panoramatische An- 
z) Lamprecht, Bildercyklen und Illustrationstechnik im späteren M. A. Rep. 
f. Kw. 1884. p. 412. 
2) Wir heben hier aus der Publikation des germ. Museums nI-Iolzschnitte d. 
XIV, u. XV. Jhdtsxr Soldau, Nürnberg 1874, die nachfolgenden Nummern aus, 
welche landschaftliche Rudimente enthalten: 3 (1350-1370) 5 u. 6 (ca. 1370-1390) 
          
ss- 54- 56- 57 (1478) 59- 66- 94 (1470-1490) 91 (1410-1490) 96- 97- 98 
(ca. 1480) 90 (ca. 1480). 
Auf die verschiedenen meist durch die Holzschnitttechnik veranlafsten Fels- 
und Baumstilisierungen einzugehen, ist hier nicht der Platz.  
3) Peregrinationes in montem Syon ad venerandum Christi sepulcrum in Jeru- 
salem ect. ect. per Erhardum Reuwich de Trajecto inferiori impressum in civitate 
Moguntia. a. s. 1486.
        

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