Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Landschaft in der deutschen Kunst bis zum Tode Albrecht Dürers
Person:
Kaemmerer, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622551
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1623648
Schongauer und 
Martin 
oberdeutschen Meister. 
die 
75 
gebildeter sind, als 
Vorbildern zurück. 
die 
Zeitbloms, 
bleiben 
hinter 
den 
Handrisclmen 
Auch die augsburger Schule, als deren würdigster Vertreter in 
dieser Zeit der ältere H 0 lb ein (ca. 1460-4524) gelten mufs, macht 
in dieser Hinsicht keine Ausnahme; die Anregungen Schongauers 
und der flandrischen Kunst sind bei Holbein in Bezug auf landschaft- 
liche Darstellung kaum tiefgehend zu nennen. Den meisten Komposi- 
tionen haftet eine nüchterne Plumpheit an, und das Vonrviegen breiter 
und kahler Massen vervollständigt diesen Eindruck. Oft schieben sich 
hohe Felsgruppen in den Mittelgrund und schliessen die ohnehin 
nicht tiefe Landschaft ohne rechtes Leben ab. Die zahlreich ver- 
wendeten Architekturen sind meist schlicht und wenig ausgebildet, 
die Baumformen naturalistisch aber ohne künstlerisches Verständ- 
nis wiedergegeben. Die Landschaft erschien Holbein dem älteren 
recht eigentlich als Nebensache und Beiwerk. Diejenige Aufgabe, 
deren Lösung seine Stellung in der Kunstgeschichte bestimmt, ist 
auch weit eher die Wiedergabe des physiognomischen Lebens, und 
seine augsburger Porträtskizzen bezeugen, dass er sich diesen 
Studien mit weit gröfserem Erfolg widmete. Das Lob, welches 
NVoltmann seinen Landschaften zu teil werden läfst, erscheint daher 
nicht gerechtfertigt. 
In den vielen Lokalschulen Oberdeutschlands läfst sich ein Un- 
terschied landschaftlicher Auffassung in dieser Periode in positivem 
Sinne kaum feststellen. Die meist geringe Ausdehnung des räum- 
lichen Hintergrundes hängt oft auch von äufseren Umständen ab, 
Im allgemeinen macht schon die durch die Tradition plastischer 
Auffassung erklärte gröfsere Dimension der Gestalten ein Zu- 
sammendrängen derselben notwendig, so dafs die Figurenkomposition 
den Vordergrund vollständig füllt und selbst bei sehr hochgelegtem 
Horizont nur ein schmaler Bergstreifen zur Andeutung der Lokali- 
tät über den Köpfen derselben sichtbar wird. Eine frei gelöste, 
auf einem weiten landschaftlichen Grunde sich entwickelnde Kom- 
position gehört zu den Seltenheiten (z. B. Herlins Nördlinger Altar). 
Es ist nicht der transcendentale Idealismus der Deutschen, wel- 
cher für die Bedeutung landschaftlicher Naturschönheit kein Auge 
hatte, durch den man diese Erscheinung erklären könnte, vielmehr ist
        

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