Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Landschaft in der deutschen Kunst bis zum Tode Albrecht Dürers
Person:
Kaemmerer, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622551
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1623597
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Schongauer und 
Martin 
oberdeutschen Meister. 
die 
in dessen einer Landschaft (Pass. 6) wir zum erstenmal, wenngleich 
kaum mit bewufster künstlerischer Absicht, das Princip der Diagonal- 
teilung auftreten sehen. Weniger Raumsinn und Beobachtungsgabe 
bei gleicher Vorliebe für Details verrät der Meis ter de r Lieb es  
gärten (Pass. II, p. 253), der zu einer landschaftlichen Scenerie 
durch die Darstellung des grofsen Liebesgartens gezwungen, völlig 
regellos und unbeholfen verfahrt. 
Martin Schongauer und die oberdeutschen Meister. 
Derjenige Meister, welchem die eigentliche Vermittlerrolle 
zwischen den Niederlanden und Oberdeutschland zuliel, war Mar- 
tin Schongauer (ca. 1450-1488), ein Künstler, welcher auch 
in der landschaftlichen Darstellung seine deutschen Zeitgenossen 
weit überragt. Sein Verhältnis zur niederländischen Schule geht 
aus seinen Werken klarer, als aus jener bekannten Briefstelle des 
Lambert Lombard 1) hervor. Denn seine persönliche Schülerschaft 
bei Roger van der Weyden, wie sie Lombard andeutet, ist mit 
Recht wegen chronologischer Bedenken bestritten worden, während 
eine Bekanntschaft mit den Werken des Brüssler Malers notwendig 
vorausgesetzt werden mufs. 
Schongauer ist der erste deutsche Künstler, von dem sich Ge- 
mälde und zugleich Kupferstiche erhalten haben; mit Recht legt 
man aber bei der kunsthistorischen Würdigung des Meisters den 
Hauptnachdruck auf seine stecherische Thätigkeit, zumal die Authen- 
ticität vieler unter seinem Namen bekannter Bilder eine strittige 
ist. Unter den II 5 Stichen seines Werkes, die man chronologisch 
zu gruppieren versucht hate), verraten bereits die frühesten neben 
der Abhängigkeit vom Meister E. S. den Einflufs Rogers, wenn- 
gleich sie im Landschaftlichen durchaus hinter den Werken des 
Brabanter Meisters zurückstehen. Flüchtig ist die hügelige Land- 
schaft behandelt, in die wir aus der Ruine bei der Geburt Christi 
(B. 4) hinausblicken. Knapp ist auch der Fernblick in eine Berg- 
landschaft auf der Anbetung der drei Könige (B. 6). 
 Gaye, carteggio III, p. 175. 
2) Die letzte Anordnung von W. v. 
liegt unserer Betrachtung zu Grunde. 
Seidlitz 
RCP  
188W 
x70
        

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