Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Landschaft in der deutschen Kunst bis zum Tode Albrecht Dürers
Person:
Kaemmerer, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622551
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1623206
Romanischer Stil. 
Gotischer Stil. 
kgl. Bibliothek zu Berlin. XIII. Jhdt. Palmen finden wir abgebildet 
in dem Genter Codex des liber Horidus. XILJhdt. und den Decken- 
bildern der Kirche zu Zillis, XII. Jhdt. cf. oben. Pflanzenabbilduixgen, 
die naturwissenschaftlichen Darstellungen als Illustration dienen, siehe 
in dem liber rloridus des Lambertus. XII. Jhdt. und der mater ver- 
borum des Konrad von Scheiern (München, Bibl. cod. 17403). 
XIII. jhdt. cf. janitschek, Geschichte d. deutschen Malerei p. 126. 
In der Zeit des Aufschwunges der romanischen Malerei sehen 
wir in dem hortus deliciarum der Herrad von Landsperg (soweit 
man den Kopieen Engelhardtsl) trauen kann) das Streben nach 
etwas freierer naturalistischer Behandlung der landschaftlichen Ele- 
mente, das jedoch vereinzelt bleibt, ähnlich wie die naturalistische 
Auffassung der Tier- und Pflanzenformen in dem Evangeliar in 
Seidenstetten in Niederösterreich aus dem Beginn des XIII. Jahr- 
hunclertsß). 
Wir mufsten und durften uns in dieser Periode mit einer Über- 
sicht begnügen, weil das Material vollständig durchzugehen, weder 
in unsern Kräften noch auch in unsrer Absicht liegen konnte, da 
die vegetabilischen Elemente in der Malerei dieser Epoche für eine 
Geschichte des Ornaments mehr Bedeutung haben als für die Ge- 
schichte der Landschaft. 
Gotiseher Stil. 
Die Entwicklung der Malerei in der gotischen Epoche bleibt 
zunächst ohne wesentlichen EinHufs auf die konventionelle Behand- 
lung der landschaftlichen Elemente. Gefiel sich doch die poetisch- 
ideale Auffassung dieser ganzen Zeit auf fast allen Gebieten in einer 
künstlichen Steigerung der Wirklichkeit. Wie uns Glaube, Wissen- 
schaftß) und Sitte dafür die mannigfachsten Belege liefern, so auch 
die künstlerische Naturauffassung. Äufsere Einflüsse, wie die der 
Kreuzzüge, begünstigten diese Richtung der Phantasie ins Wunder- 
1) Chr. M. Engelhardt, Herrad v. Landsberg. Stuttgart 1818. 
2) janitschek, Gesch. d. deutschen Mal. laag. 135. cf. daneben die ganz phan- 
tastischen Walddarstellungen in der Hds. der Carmina burana in München. Ed. 
Schmeller, Bibl. d. lit. Ver. in Stuttgart XVI. p. 196. 197. XIII. Jhdt. 
3) Über die wissenschaftliche Naturbetrachtung des M. A. cf. Humboldt, Kos- 
mos II, 266-340 u. Martinelli, d. Erdkunde beiden Kirchenvätern. Deutsch von 
Neumann. Lpz. 1884..
        

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