Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Landschaft in der deutschen Kunst bis zum Tode Albrecht Dürers
Person:
Kaemmerer, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622551
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1623195
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Romanischer Stil. 
geschlossene Krone auf einen Stamm ohne organische Verbindung 
aufsetzen. 
Beide Formen gehen in ihren Anfängen in die karoiingische 
Zeit zurück, werden aber in romanischer Zeit immer phantastischer 
ausgestaltet. 
Der Wandmaler, der zuerst die glatten Umrisse seiner Dar- 
stellung schnell aufzeichnete, bevorzugte die einfachere Kugelform 
der Baumkrone als die bequemste, in die er dann stilisiertes Blatt- 
werk rein ornamental hineinzeichnete. Der Stamm steigt entweder 
glatt auf, oder zeigt jene Aststumpfen, die schon in karolingischen 
Miniaturen uns begegneten. Nach unten verbreitert sich der Stamm, 
oft in unnatürlicher Weise, zeigt auch übertriebene Windungen und 
endigt auch wohl manchmal am Wurzelansatz in ornamentalen Ver- 
zierungen, wie z. B. in den Deckenbildern der Michaelskirche zu 
Hildesheim.  
Die Miniaturmalerei nahm diese Typen auf und gestaltete sie 
in phantastischer Weise um, ohne doch wesentlich neue Formen 
zu schaffen. Wir geben im Folgenden eine Auswahl von Beispielen 
der merkwürdigsten Arten der Baumstilisierung vom X. bis zum 
XIII. Jahrhundert: 
Die verschiedenen, aus romanischen Physiologushandschriften 
entnommenen Proben bei Cahier und Martin, Mel. d'arche0l. II, 
T. XIX ff. Eine wahre Musterkarte abenteuerlicher Stilisierungen 
bieten die Wandbilder im Dom zu Gurk (Ende des XII. ]hdts.), 
cf. Mitteil. d. k. k. Centr. Comm. XVI. Evangel. d. h. Bern- 
ward v. Hildesheim (X.  cf. bonner Jahrb. H. 45. p. 211. 
Codex Egberti in Trier (X. Jhdt.) cf. Kraus, die Miniaturen 
des Cod. Egberti, T. 31. Physiologus des XII. jhdts. im berl. 
lKupferstichcab. Hamiltonsammlg. cf. Rep. f. Kw. 1883 p. 261." 
N0. 10. Codex Epternacens. in Gotha (X. jhdt.) cf. bonner 
jahrb. 1881. H. 70. Cahier u. Martin, a. a. O. II, p. 94. 156. 
170 ff. Besonders breit soll das Landschaftliche in einem bam- 
berger Missale (A. II. 52) aus der Zeit Heinrichs II. (1002-1024) 
in Blumen und Bäumen charakterisiert sein, cf. Janitschek, Gesch. 
d. deutschen Malerei. p. 80. Deutsches Psalterium XIII. Jhdt. 
Kupferstichcab. Berlin. Hamiltonsammlg. Inv. 74. Eneidthds. der
        

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