Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Landschaft in der deutschen Kunst bis zum Tode Albrecht Dürers
Person:
Kaemmerer, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622551
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1623187
Romanischer Stil. 
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wird der untere Teil der Anhöhe zerklüftet dargestellt I); ganz 
krystallisch gebildete, durch scharfe Linien gegliederte Felsmassen 
finden sich auch hie und da 2), sind aber durchaus nicht Regel. Sie 
werden von der grünen Erdi-läche durch andere Farben gesondert. 
Die Konturen des Terrains werden oft durch mehrere grüne 
Umränderungen verstärktß). Theophilus giebt für die Kolorierung 
der Landschaft folgendes wohl darauf bezügliches Rezeptf): wStipi- 
tes arborum commiscentur ex viridi et ogra, addito modico nigro et 
succo. Quo colore pinguntur etiam terra et montes. F iunt etiam 
terra et montes ex virido et albo sine succo, ita ut interius sit 
pallidum, et exterius trahat umbras mixtas cum modico nigroß 
Originell ist ein Zwickelbild im Kapitelsaal zu Brauweilers), 
welches die Einsiedler xin montibus et in speluncis et in cavernis 
terraee (nach d. Hebräerbrief XI, 38) darstellen soll. Das drei- 
eckige Feld, das dem Künstler zur Verfügung stand, ist in drei un- 
regelmäfsig begrenzte Teile getrennt, deren jeder durch einen darauf 
befindlichen stilisierten Baum als Terrain gekennzeichnet ist. Inner- 
halb eines jeden Teiles befindet sich ein rundlicher Ausschnitt, aus 
dem die Heiligen herausschauen. Vielleicht nirgends zeigt sich so 
klar die Tendenz des romanischen Malers, die Deutlichkeit der 
Darstellung nur durch eine knappe aber im Gröbsten verständliche 
Andeutung zu erzielen. Sie entspricht recht eigentlich der Defini- 
tion, die bereits Hrabanus Maurus im 2I. Buch seiner Encyklopädie 6) 
von der Malerei gab: xPictura est imago exprimens speciem rei 
alicuius, quae dum visafuerit, ad recordatzbnem mentem reduxizie 
Bei den Baumtypen lassen sich im allgemeinen zwei Klassen 
unterscheiden: I) die aus der Rankenstilisierung hervorgegangenen, 
die auch oft in phantastisch verschlungene und verknotete Formen 
hinüberspielen und 2) die pilzförmigen d. h. diejenigen, welche eine 
1) aus'm Weerth, a. a. O. T. 27. 
2) ebda. T. 10, 15. 12, 23. 
3) ebda. T. I4. T. 12, 24. 
4) Schedula diversarum artium (XI. Jhdt.) ed. 
P- 37- 
5) aus'm Weerth, a. a. O. T. 12, 24. 
b) de universo XXI, cap. 9. 
Quellenschr. VII. 
cß-P 
        

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