Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Landschaft in der deutschen Kunst bis zum Tode Albrecht Dürers
Person:
Kaemmerer, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622551
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1623164
Stil. 
Romanischer 
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Linie sich bewegen, ist das Schiff in vertikaler Richtung gezeichnet, 
so dafs die darin aufrecht stehenden Figuren in horizontaler Lage 
vor dem Auge des Lesers erscheinen. Trotz dieser rohen Willkür 
der Anordnung sind die Einzelmotive voll Leben und naiver Frische, 
so dafs man sieht, der Künstler war vor allem bestrebt, durch leb- 
hafte und deutliche NViedergabe der im Text geschilderten Vor- 
gänge vquaedam litteratura illitteratoe zu liefern. 
Der Rahmen dieser Untersuchung verbietet es, die Bilderhand- 
schriften der ottonischen Periode im einzelnen auf die Formgebung 
in den vegetabilischen Elementen  denn nur von solchen, nicht 
von einer landschaftlichen Darstellung kann man in dieser Periode 
sprechen  durchzugehen, vielmehr müssen wir uns beschränken, 
den Gesamtcharakter und die Haupttypen dieser romanischen Stili- 
sierung im allgemeinen zu betrachten, da es nur unsere Aufgabe 
ist, die Anfangs- und Knotenpunkte der Entwicklung zu fixieren 
und einer eingehenderen Betrachtung zu unterziehen. 
Da zwischen Miniatur- und Wandmalerei in dieser Periode kein 
für unsere Untersuchung wesentlicher Unterschied herrscht, und die 
Typen, welche in der monumentalen Malerei unter dem Einflufs 
textiler und architektonischer Ornamentik ausgebildet waren, im 
ganzen auch von der Miniaturmalerei benutzt wurden, dürfen wir 
hier beide Kunstarten nebeneinander betrachten. 
Der Wandmaler der romanischen Epoche zieht zunächst (wie 
schon oben erwähnt wurde) die Umrisse seiner Darstellung mit 
breitem Pinsel und dunkler Farbe vor und füllt dieselben sodann 
mit den verschiedenen Lokalfarben. Der Kontur des Bodens richtet 
sich nach der darzustellenden Gegend. Ebenes Terrain wird durch 
einen einfachen horizontalen, nicht weit über dem Bildrand liegenden 
Strich gezeichnet. Die so gewonnene Zweiteilung des Hintergrundes 
wird auch in den Farben durchgeführt, indem die Erdhälfte einen 
meist neutralen Farbenton erhält, die obere, den Himmel dar- 
stellende, blau gefärbt wird. Will man noch höhere Schichten der 
Luft, etwa die Region, in der sich die Engel bewegen, unter- 
scheiden, so geschieht dies durch einen andersfarbigen horizontalen 
Streifenl). Den Terrainstreifen belebte man auch durch jene oben 
romanischen Streifenhixltergründe 
und ältesten 
einfachsten 
Beispiele für diese
        

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