Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Landschaft in der deutschen Kunst bis zum Tode Albrecht Dürers
Person:
Kaemmerer, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622551
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1623157
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Karolingische Kunst. 
Romanischer 
Stil. 
getation völlig nach Art der Initialranken gebildet ist. (T. IX.) 
Charakteristisch ist, dafs die einzelnen Gestalten oder Gruppen der 
Komposition auf verschiedenen willkürlich gestalteten Terrainstücken 
angebracht werden. (cf. T. X, XIV u. XV.) Naiver Weise stellt 
der Künstler auch die an dem Dach der Stiftshütte bauenden Werk- 
leute (T. XIII.) auf solche Terrainfragmente, um sie nicht ganz in 
der Luft schweben zu lassen. Die willkürliche Färbung des Erd- 
bodens, der Architekturen und Tiere zeigt deutlich, dafs die da- 
malige Kunst ihre Aufgabe bereits auf ganz anderem Gebiet suchte, 
als auf dem natürlicher Wiedergabe des Gesehenen. 
Romanischer Stil. 
Wenn man die Entwicklung der mittelalterlichen Malerei in 
die Periode des rohen oder laxen Stils (bis zum Ende des X. Jhdts.) 
und die des strengen Schulstils (vom Ende des X. bis in 
das XIII, jhdt.) gliedert, bedarf die Einteilung keiner besonderen 
Rechtfertigung, wohl aber der Einschränkung, dafs der Übergang 
des einen Stiles in den neuen sich allmählich und ohne plötzlichen 
Bruch mit der Tradition vollzieht; und, wie wir bereits in der ka- 
rolingischen Kunst vereinzelte Spuren strengerer Stilisierung fanden, 
so reicht die freiere und rohere Art derselben noch in die ottoni- 
sehe Periode hinein. 
Gewissermafsen in der Mitte stehen verschiedene Miniaturen, die 
Woltmann, Gesch. d. Malerei I, p. 245, zusammengestellt hat, und 
von denen uns besonders die Lucanhandschrift aus St. Gallen interes- 
siert, weil ihre Miniaturen ein merkwürdiges Beispiel der in jener Über- 
gangszeit herrschenden Stilverwirrung bieten, In der von Rahn publi- 
zierten Probe I) des Codex sehen wir, wie der Künstler vor die Auf- 
gabe gestellt, eine Darstellung zu zeichnen, die des einheitlichen 
Lokals nicht entbehren kann, völlig ratlos die Bildfläche nach Art 
der antiken Topiographie a) in Land und Wasser teilt und in die 
so gewonnenen Stücke Landes Krieger und Architekturen hineinsetzt. 
Während die auf dem Lande stehenden Gestalten auf horizontaler 
Mal. 
Woltmann 
2 I 9. 
1) Gesch. d. bild. Künste in d. Schweiz und danach 
1, 245. 
ß) Woermann, die Landschaft in d. Kunst d. a. V. p. 
Gesch. 
der
        

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