Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Landschaft in der deutschen Kunst bis zum Tode Albrecht Dürers
Person:
Kaemmerer, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622551
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1623108
Kunst. 
Karolingische 
Zu dem Einfiufs dieser Vorbilder kamen aber auch technische 
Hindernisse für landschaftliche Tiefendarstellung im Wandgemälde. 
Die Technik war ungemein roh und HüChtigI) und bot für aus- 
führlichere Darstellung so gut wie gar keine Mittel. Die derb ge- 
zeichneten Konturen wurden ausgefüllt, und der neben den Figuren 
freibleibende Raum einfarbig oder gestreift angestrichen. Die Per- 
spektive war bis in das XIII. Jahrhundert völlig unbekannt, und 
das Auge für die Verschiebungen der Gröfsenverhältnisse und Er- 
scheinungsformen bei verschiedenem Abstand derselben, abgestumpft. 
Gleichwohl hätte sich wohl auch in der Wandmalerei ein dunkles 
Raumgefühl, wie in den gleichzeitigen Miniaturen, äufsern müssen, 
wären nicht die stilistischen Hindernisse dessen Bethätigung im 
Wege gewesen. So übereilt und einseitig es wäre, durch die An- 
nahme textiler Vorbilder alle Geheimnisse und Widersprüche des 
Stiles der romanischen Wandmalerei lösen zu wollen, so wenig 
darf dieselbe doch neben anderen allgemeinen Erklärungsversuchen 
übersehen werden. 
In der Miniaturmalerei lassen sich Einzelheiten durch die- 
selbe Voraussetzung erklären, indes fordert die Verschieden- 
heit der Mittel und Vorlagen, der ausübenden Künstler, Dar- 
stellungskreise und Zwecke von denen der monumentalen Malerei 
zu einer gesonderten Betrachtung auf. Die Miniaturen mit den 
Wandgemälden in eine enge Beziehung zu setzen und aus der Be- 
trachtung der ersteren etwa Schlüsse auf den Charakter der letzteren 
zu ziehen, wie es früher wohl zuweilen geschah, scheint durchaus 
unzulässig, soweit es sich um stilistische Untersuchungen handelt. 
Abgesehen davon kann in der Miniaturmalerei von einer so stetigen 
Entwicklung, wie sie die Monumentalkunst, deren stilistische Prin- 
zipien für lange Perioden wesentlich dieselben bleiben, zeigt, nicht 
gesprochen werden, und für ein klares Bild von der Entwicklung 
der Buchmalerei in Bezug auf unsere Frage ist eine schärfere 
chronologische und topographische Gruppierung der Denkmäler 
unerläfslich.  
Beginnen 
wir 
mit 
der 
karolingischen 
Periode, 
SO 
werden 
wir 
 Theophilus, Diversaruln artium 
p. 32. cf. auch weiter unten p. 27. 
schedula 
118 ' 
Quellensch  
IV 
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