Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Landschaft in der deutschen Kunst bis zum Tode Albrecht Dürers
Person:
Kaemmerer, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622551
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1623097
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Karolingische Kunst. 
lange tonangebend blieben. In der monumentalen Malerei weisen 
nun mannigfache Einzelheiten auf Textilvorbilder hin. S0 die 
Randverzierungen der Wandgemälde  mit ihren unverkennbaren 
Webemustern, die Streifenhintergründe 2), das Fehlen malerischer 
Modellierung, die starre Geschlossenheit der kräftig angegebenen 
Umrifslinien, welche an gestickte Teppiche (vela. acu depicta) er- 
innern. 
Der Teppichstil verbietet aber eine Vertiefung der Darstellung, 
weil er der Wandverkleidung den Flächencharakter wahren mufs 
und auch der technischen Vorbedingungen für eine Tiefenkompo- 
sition ermangelt. Aber er erklärt zugleich die Stilisierung vege- 
tabilischer und animalischer Formen, die in der Wandmalerei des 
romanischen Mittelalters eine so grofse Rolle spielt. Namentlich 
müssen hier die arabischen Einflüsse hervorgehoben werden, welche 
durch Textilmuster früh in die abendländische Kunst hineingetragen 
wurden 3). Von Interesse ist in dieser Beziehung eine Stelle aus den 
Gedichten des Bischofs Theodulf von Orleans (1- 820), welche uns das 
Vorhandensein arabischer Gewebe im Frankenreich bereits um die 
Wende des VIII. und IX. Jahrhunderts bezeugt. Auf einer Visi- 
tationsreise werden ihm Geschenke angeboten, und unter diesen 
beschreibt er besonders ausführlich auch einen arabischen Teppich: 
ßAlter ait, mihi sunt vario fucata. colere (sie!) 
Pallia, quae misit, utvputo torvus Arabs 
Quo vitulis matrem sequitur quo bucula taurum 
Concolor est vitulo bucula, bosque bovi. 
Splendorem spectes, junctamque coloribus artem, 
Utque rotis magnis juncta sit arte minona 4) 
St. Gallen 1878. p. I7 u. Springer, Teppichmuster als Bildmotive. Ikonograph. 
Studien in den Mitt. d. k. k. Centr. Comm. 1860, p. 67. XVoltmann, Gesch, d_ 
Mal. I, 253. 
I) z. B. in den Wandgemälden von St. Georg zu Oberzell auf Reichenau 
(X. Ihdt.) u. fast in allen romanischen Wandmalereien. 
2) Ebda. und in den Deckengemälden zu Zillis (XII. jhdt.) cf. unten p. 27. 
Anm. I. 
3) cf. Springer, a. a. O. 
4) Theodulü Episc. Carm. lib. I. v. 210 ff. Max. bibl. Patr. XIV, p, 3Q_
        

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