Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Landschaft in der deutschen Kunst bis zum Tode Albrecht Dürers
Person:
Kaemmerer, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622551
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1623071
Kunst. 
Karolingische 
diese freiere Auffassung: 256d et diversae historiae tam novi quam 
veteris Testamenti pro voluntate pietorum depinguntur, nam Pict0ri- 
bus atque Poetis quaelibet audendi semper fuit aequa potestasr 
(Ed. Antwerpiae I6I4 f. 14 verso). 
Wir haben diese litterarischen Nachweise deshalb für not- 
wendig erachtet, weil bisher der Charakter der mittelalterlichen 
Malerei gerade aus denjenigen litterarischen Zeugnissen, die gar 
zu einseitig für die transzendentale, naturfeindliche Auffassung des 
Klerus und die absolute Abhängigkeit der Künstler von diesem 
hervorgesucht wurden, rekonstruiert ist. Diese letztere Ansicht ist 
nicht nur durch litterarische Gegenzeugnisse bereits erschüttert 
wordenl), sondern erleidet auch durch die unbefangene Prüfung 
der erhaltenen Denkmäler eine wesentliche Modifikation.  
Monumentale Malereien aus der Zeit Karls des Grofsen 
haben sich auf deutschem Boden nicht erhalten. Die Nachrichten von 
solchen in den Gedichten des Ermoldus Nigellus (830) und anderen 
Schriftstellern lassen keinen Schlufs auf das Vorhandensein von 
landschaftlichem Beiwerk zu und sind neuerdings auf Werke aus 
der Zeit Ludwig des Frommen bezogen wordenß). Bruun erzählt 
in der Biographie des Abtes Eigil von Fulda (818-822) II, I7. 135, 
dafs er seine Malereien in der Klosterkirche auf blauem Grunde 
gemalt habe. Es wird sich, wenn wir nach Analogieen schliefsen 
dürfen, auch in der karolingischen Wandmalerei nur um eine Bilder- 
schrift gehandelt haben, deren Inhalt überdies noch durch Bei- 
Schriften (tituli), wie sie seit Paulinus von Nola bereits üblich waren 
und von Alcuin noch verfafst wurden, verdeutlicht wurdeß). Der 
Versuch Karls des Grofsen, eine profane Historienmalerei zu er- 
wecken, dessen historische Wahrscheinlichkeit und Begründung die 
neueste Forschung überhaupt bestreitett), steht isoliert da, und es 
lassen sich, da "Monumente für ihn nicht zeugen, auch keinerlei 
 Springer, die Künstlermönche des M. A. Mitt. d. k. k. Centralkonxm. 1862. 
I) Ianitschek, karoling. Studien in dem Stfaßbllrger Festgrufs an A. Sprin- 
ger 1885. 
3) cf. Belege bei Augusti, Beitr. z. christl. Kunstgesch. I, p. 145 ff. 
4) janitschek, a. a. O.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.