Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Landschaft in der deutschen Kunst bis zum Tode Albrecht Dürers
Person:
Kaemmerer, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622551
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622941
Mosaiken. 
Byzanz. 
Fischern und Anglern, Wasservögel oft mit Genien sich tummeln, 
kurz, das liebenswürdigste Spiel einer ungebundenen Phantasie ent- 
faltet sich in diesen episodischen Schilderungen, wie sie in ähnlich 
regelloser Flucht auch auf einem Sarkophagrelief des Lateran mit 
jonasdarstellungen1) wiederkehren. Gern griff auch der Künstler 
des XIII. Jahrhunderts, in der Zeit des Wiederauflebens der römi- 
schen Mosaikmalerei, auf solche Vorbilder zurück, wie sie sich in 
der Apsis der lateranensischen Basilika und anderen des V. u. VI. 
Jahrhunderts erhalten haben 2). 
Aber nicht immer waren die landschaftlichen Elemente auf 
diesen schmalen Saum des Bildes beschränkt, vielmehr sehen wir 
Terrainandeutung, Bäume und Wolken in die Darstellung nach Be- 
dürfnis eingefügt, und auch der sich allmählich geltend machende 
Einflufs von Byzanz ändert nichts Wesentliches daran. Man mag 
diesen Einflufs annehmen oder leugnen, für unsere Untersuchung 
bleibt er ohne Bedeutung, da wir eine entschiedene Stellungnahme 
zur Landschaft in der byzantinischen Kunst ebenso wenig wahr- 
nehmen können, wie in der abendländischen. 
Byzanz. 
Von einer Ausrottung der landschaftlichen Elemente aus der 
künstlerischen Darstellung darf vollends bei der älteren byzantinischen 
Kunst nicht gesprochen werden. Das beweisen die griechischen 
Mosaiken und Miniaturen. 
In der Mosaikmalerei der justinianischen Periode opfert man 
allerdings das landschaftliche Beiwerk dem Streben nach starrer 
Pracht und stofflichem Luxus, dunkelblaue, dann goldene Gründe 
spannen sich hinter der leblosen und technisch vollendeten Figuren- 
komposition auf. Als aber durch das Bilderverbot 726 die Heili- 
gendarstellungen aus den Kirchen verbannt wurden, trat an ihre 
Stelle eine Ornamentik, welche ihre Motive fast ausschliefslich dem 
schon von der Antike benutzten Schatz der vegetabilischen und ani- 
malischen Natur entlehnte. Über die Ausdehnung dieses Schmuckes 
und das Vorhandensein landschaftlicher Elemente in der Malerei 
I) Schultze, Katakomben p. 174, Fig. 41. 
z) De Rossi im Text zu der farbigen Reproduktion 
Maria Maggiore in den Musaici christiani. 
der Apsismosaik 
VOII
        

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