Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Landschaft in der deutschen Kunst bis zum Tode Albrecht Dürers
Person:
Kaemmerer, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622551
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1623924
Albrecht 
Dürer. 
103 
Interesse hätte es allerdings, aus den Aufzeichnungen Dürers 
zu erfahren, wie zum erstenmal die Errungenschaften eines grofsen 
Meisters auf diesem Gebiet den künstlerischen Zeitgenossen littera- 
risch vermittelt wurden. Über die frühere, rein empirische Art 
des künstlerischen Unterrichtes giebt Dürer in dem Vorwort zur 
sUnterweisung ectß Aufschlufs: wman hat byssher in unsern deut- 
schen Landen vil geschickter jungen, zu der kunst der mallerey 
gethan, die man on allen grundt und alleyn auss einem täglichen 
brauch gelert hat. (t 
In den folgenden Jahren sind es vornehmlich Lichteffekte, deren 
Darstellung in der Kupferstichtechnik unsern Meister beschäftigt. 
So nennen wir nur aus der kleinen Kupferstichpassion (1507-4512) 
den Ölberg (B. 4), die Gefangennahrne (B. 5), Christus am Kreuz 
(B. I3) und die Auferstehung (B. I7) I); es sind dies zugleich V or- 
studien für die technischen Probleme des Kupferstichs, mit denen 
er sich seit 1510 beschäftigte. Ob das Studium der Licht- und 
Schattenwirkungen, die Dürer auch in gleichzeitigen Zeichnungen 
erprobt (z. B. in dem Samson des Berliner Kabinetts vom  1510 
und der Himmelfahrt Christi, dem Pendant dazu), auf Anregungen 
Lionardos zurückgeht, der bekanntlich in seinem libro di pittura 
den Problemen der Lichtführung eine überaus eingehende Aufmerk- 
samkeit schenkt, ist nicht zu erweisen. 
Landschaftlich unbedeutend sind die oft recht derben Holz- 
schnitte der grofsen Passion, die Dürer I 511 herausgab, dagegen 
fällt der Hieronymus in der F elsenhöhle (Hzsch. B. 113) von 1513 
durch ein originelles Motiv auf: Die romantisch zerklüfteten Fels- 
massen der Höhle bilden den Rahmen eines reizvollen Landschafts- 
bildes, in das wir aus dem Versteck des Klausners hinabblicken. 
Die Madonnendarstellungen, denen Dürer in diesen Jahren leb- 
haftes Interesse zugewendet, sind in verschiedenartige Umgebung 
verlegt, selten aber als Innenscenen aufgefafst. Neben dem älteren 
Typus der Madonna auf der Rasenbank, hinter der eine Brüstung 
I) Vgl. auch das Kreuz von 1508 (B. 
Holzschnittpassion (1509-11): B. 26. 27. 
Lichteffekte. 
und folgende Blätter der kleinen 
18. 29. 40. 42. 45. 47 und ihre
        

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