Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Landschaft in der deutschen Kunst bis zum Tode Albrecht Dürers
Person:
Kaemmerer, Ludwig
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622551
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1623848
Albrecht 
Dürer. 
95 
hebt sich links ein Haus mit Krahn, rechts blicken wir auf einen 
von Segelschiffen belebten See mit bergigen Ufern hinab. In der 
Burg mit Zugbrücke an dem Ufer erblicken wir wieder eins von 
Dürers Lieblingsmotiven. 
Der Mittelgrund wird noch immer etwas kahl gelassen, um 
eine Störung der Figurenkomposition durch seine Linien zu ver- 
meiden. So auch in dem Kupferstich B. 88 (die sechs Kriegsleute), 
wo den Hintergrund wieder ein See mit Bergufern einnimmt. Hier, 
wie in den meisten Hintergründen, in denen er dies Motiv benutzt, 
rückt er es auf die eine Seite der Komposition, indem er auf der 
anderen eine Vordergrundcoulisse vorschiebv). 
In der Felsbehandlung erinnern die früheren Stiche (so nament- 
lich der h. Chrysostomus, B. 63, und der grofse Hieronymus, B. 61) 
noch stark an Schongauer, die Vegetation wird spitzig behandelt, 
aber die verschiedenen Laubarten im Baumschlag unterschieden. 
 Schon die ersten Holzschnitte mit breiterem Landschaftshinter- 
grund zeigen, gegen Wolgemuts Leistungen gehalten, einen ge- 
waltigen Fortschritt auch in technischer Beziehung. Dürer stellte 
den F ormschneidern neue schwere Aufgaben, ohne doch über die 
Grenzen der Technik in seinen Ansprüchen hinauszugehen. In 
dieser Beziehung ist es interessant, die verschiedene Behandlung 
des Baumschlages, der Bergkonturen und der Wolkenbildungen in 
Kupferstich und Holzschnitt zu vergleichen. Bei Laubbäumen giebt 
der Holzschnitt nur grofse, von krausen Konturen umrissene Massen, 
Während Dürer im Kupferstich diese mit sauber ausgeführtem Blatt- 
werk füllt. Wo der Holzschneider in dem Laubwerk ausführlicher 
wird, wie z. B. in dem Apfelbaum des Schnittes xRitter und Lands- 
knechta (B. 131), verfällt er in die archaische Manier, welche die 
Blätter unverhältnismäßig grofs bildet 2). Der dürre Baum wird im 
Holzschnitt öfter verwendet als im Kupferstich 3); auch das Linien- 
spiel der Bergkonturen ist in der erstgenannten Technik reicher, 
 Von frühen Stichen vgl. nusser den bisher genannten noch B. 63, B. So  
B. 94, wo ein Baumstamm die Coulisse ersetzt. B. 95 und in dem Holzschnitt 
B. 2 verlegt er dieselbe in den Mittelgrund. 
z) Vgl. auch den Granatapfelbaunm auf dem Blatt der Apokalypse B. 66. 
3) Vgl. besonders den grofsen Hercules B. 127.
        

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