Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen des Alterthums
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2206032
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2207183
griechische 
Der 
Styl. 
War das Ornament des clorischen Baues ein gemaltes Flach- 
ornalnent, das nur an das Vorbild in der Natur erinnerte, so ist 
dagegen das des korinthischen ein plastisches, dem realen Natur- 
vorbilde näherkolnmend, das in seiner an und für sich reicheren 
Form keiner Bemalung bedarf. Der Unterschied der Xlllirktlng" von 
F lach- und Reliefornalnent und das verschiedenartige Verhältniss 
derselben zu den glatten Flächen der Architektur geben dem 
korinthischen Baue einen vom dorischen Baue wesentlich verschie- 
denen Ausdruck. 
Das 
griechische 
Ornament. 
Die Urbilder, nach denen das griechische Ornament gebildet 
wurde, sind einerseits in der PHanzen- und Thienivelt, anderseits 
in den ältesten Erzeugnissen handwerklicher Thätigkeit zu suchen. 
Als besonders charakteristisch erscheint die Ylerxiverthung des 
Akanthus, Palmeiv, Distel-, Schilf, Lorbeer- und PÄpheu-lälattes, (les 
Stengels der doldenbliithigen Pflanzen und des Weines, der Blüthe 
von Rose, Lotus, Dnttura, Winde, der Frucht von Pinus, Mohn, Gra- 
nate u. A. 
Dem Bereiche der Thierwelt sind besonders Katzeu- und Vögel- 
formeu, wie die des Löwen, Panthers, der Eule, des Schwaues, des 
Adlers u. s. w, entnommen. 
Endlich findet auch die menschliche Gestalt im griechischen 
Ornamente häufige Venrerthung. 
Dem Bereiche der handwerklichen "Thätigkeit sind die Formen 
von Bändern, Schnüren, einfach oder zu Streifen, Seilen oder ver- 
schliessenden Teppichen zusammengeflochten entnommen. 
Solche Formen, denen ästhetische Wirkung innewohnt, werden 
auf die tektonischen Gebilde mehr oder weniger verändert über" 
tragen, entweder mit der blossen Absicht des Schmückens ohne Wei- 
teren Bezug, oder um ausserdem im bestimlnten Zusammenhange 
mit dem constructiven Gerüste Zweck und Verrichtung des 
Ganzen und seiner Theile erkennen zu lassen. 
Dieses Letztere wieder in zweifacher llVeise, und zwar so, 
dass sich in der angezogenen Form des Schmuckes die statische 
Verrichtung des Körpers oder eine sonstige Beziehung des be- 
treffenden Objectes erkennen lässt. 
Eine blos äusserliche Anbringung des decorativen Schmuckes 
ohne jeden inneren Bezug schliesst die gute Zeit der griechischen 
Kunst fast vollständig aus, und zwar nicht nur in der Architektur, 
 sondern auch im Geräthe.
        

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