Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen des Alterthums
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2206032
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2207172
Styl. 
griechische 
Der 
3. Monument des Lysikrates in Athen. Höhe fast I'll, Durchmesser. 
Die Stengel wachsen nicht senkrecht aus dem Akanthuskelch heraus, 
sondern schmiegen sich rankenförmig dem (Tapitelllaelch an. 
Die Ante und der Pilaster sind gleich gebildet und er- 
halten Basis, Cannelirung und Capitell der Säule auf die viereckige 
Grundrissform übertragen. 
Ueber die Formen der Wand geben die Monumente nicht 
genügenden Aufschluss, doch lässt sich annehmen, dass dieselben 
jenen der attisch-jonischen Wand ähnlich gewesen sein werden 
Das Gebälk ist gleichfalls dreigetheilt und erhält seine Formen 
aus dem jonischen Style. 
Während am Gesimse des Lysikrates-Monumentes eine Nach- 
bildung des attisch-jonischen Gebälkes mit Zahnschnitten erhalten 
ist, gestatten die römischen Monumente den Rückschluss, dass 
auch in" hellenistischer Zeit bei grösseren Monumenten die Consolen 
als Träger der Hängeplatte Verwendung gefunden haben werden, 
was jedoch durch auf uns gekommene Beispiele nicht erwiesen ist. 
(Siehe römisch-koriilthische Ordnung der Kaiserzeit.) 
Die Höhe des Gebälkes beträgt am Monumente des Lysikrates 
22A, untere Säulendurchmesser. 
YVie im dorischen, sind auch im jonischen, attisch-jonischen 
und korinthischen Style die Hauptgliedei" des Baues je als ein 
zusammenhängendes Ganzes gebildet, ohne Rücksicht darauf, ob 
sie aus einem oder mehreren Steinen gefügt sind. 
Die Stufen des Unterbaues, die Schäfte der Säulen, die rings 
um das Gebäude laufenden Epistylien, Friese, Kranzgesimse mit 
ihren Hängeplatten sind wie grosse monolithe Theile des Baues 
gebildet, deren von der Construction gebotene Fugen in keiner 
Weise betont sind. 
Nur bei der YYand tritt mit der Spätzeit des Styles eine Be- 
tonung der Fugen ein, indem die Ränder der sichtbaren Fläche jedes 
Quaders einen gegen den Spiegel derselben tiefer liegenden breiten 
Hammerschlag erhalten.  
Tempeldecke und Tempeldach nicht sicher nachweisbar, 
aber wohl ebenso wie im dorischen und jonischen Styl construirt. 
Decke des Grabmals zu Mylasa mit dreieckigen Cassetten. 
Die Ueberdeckungen des Lysikrntes-Monumezites und des Thurmes 
der Winde als kleiner Gebäude geben für das System wohl nicht 
genügende Anhaltspunkte. 
Die Architektur des korinthischen Baues hat, wie man annehmen 
darf, ihre Vollendung nicht erst durch Bemalung erhalten, sondern 
ist vorwiegend nur für Plastik gedacht.
        

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