Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen des Alterthums
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2206032
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2206541
Der ägyptische 
Styl. 
tragcncn 
Form in 
8, die wohl in der 
versetzen, entstand. 
Säule, Fig. 
den Bau zu 
Absicht, 
die 
geheiligtc 
Aus der Form der Lotossäule entwickeln sich weiter die 
verschiedenen ägyptischen Säulenformen des Freibaues, während 
der früher erwähnte abgeschrägte Pfeiler keine Weiterbildung erfährt. 
Die Säulenbasis ist in allen Fällen eine über den Schaft 
ausladende runde Scheibe mit geradlinigem oder wulstigem Profile. 
Der Schaft- ist gleichsam aus Vier bis zwölf Pflanzenstengeln 
gebildet, welche der Achse der Säule nach in die Höhe laufen. 
wodurch eine dem Profile der Cannelirung der wg, 9_ 
griechischen Säule entgegengesetzte convexe - 
Cannelirung entsteht. Unmittelbar uber der  
Basis ist die Säule eingezogen und mit einem 
Schilfblätterkelch versehen, aus dem der Schaft  
heraus zu wachsen scheint. Den Ausdruck  
ungestörter Entwicklung des Schaftes hemmend, m? l 
ist derselbe in bestimmten Zwischenräumen von  
breiten Bandstreifen umwickelt, die die Form iliiil 
der Bündelsäule vervollständigen.  
In vielen Fällen, zumal in der Spätzeit,  
tritt an Stelle des cannelirten Schaftes ein  
glatter cylindrischer, der seine decorative Aus-  
stattung zwischen den horizontal laufenden  
Bändern, durch bildliche Darstellungen und  
Bilderschrift erhält. Diese Decoration folgt nicht Säule mit (iebänt 
der Richtung der Achse der Säule, sondern ist vielmehr eine mehr- 
fache Umgürtung der letzteren in übereinander geordneten Band- 
streifen, die senkrecht auf die Säulenachse gerichtet, der Säule den 
Ausdruck des schweren, lastenden, nicht organisch in die Höhe 
Gerichteten, gibt.  
Während die Basis der ägyptischen Säule immer dieselbe 
Form behält, der Schaft wenig Veränderungen zeigt, ist das ganze 
Schwergewicht der architektonisch-ornamentaleil Erfindung auf das 
Cilpitell gelegt. 
XVenn sich auch die Kernformen der Capitelle auf bestimmte 
Typen, wie geschlossener und oiTener Lotoskelch, zurückführen lassen, 
SO gestattet doch der Reichthum der Detailform nicht die Capitelle, 
wie deren zugehörige Säulen und Gebäike in ähnlicher präciser NVeise 
zu ciassificiren, wie es bei den Säu1en0rdnungei1 der Antike der 
Fall ist.
        

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