Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen des Alterthums
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2206032
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2207811
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Der 
römische 
Styl. 
grösserer Bewegung und Bereicherung des Contours bei hohem 
Relief, das den Reliefgrund, sei er eine gekrümmte oder flache 
Ebene, kaum erkennen lässt, sichtbar. 
Die wichtigsten architektonischen Ornamente werden vom 
griechischen Style in den römischen übertragen, doch erleiden sie 
hierbei vielfache Veränderungen. 
Das doppelt geschwungene Profil der Sima ist nicht auf- 
recht, sondern nach Vorne stark überhängend gebildet, diese Form 
in Verbindung mit den schweren plastischen Blättern benimmt 
dem Ornamente den Ausdruck der unbelasteten Endung. 
Das letztere tritt dort vollständig ein, wo auf das Profil 
Ptlanzenformen gebracht werden, welche eine abwechselnd aufwärts 
und abwärts gekehrte organische Entwicklung zeigen. Fig. 169. 
Das dorische Kyma ist dem römischen Style nicht eigen. 
Das Profil des Echinus-Kyma, Fig. 170, kommt einem Viertel- 
kreise nahe und ist durchweg sehr bauchig gebildet. 
Bei den ovalen Blättern werden durch kräftige Einschnitte 
die Ränder vom Fleische vollkommen getrennt, wodurch das letztere 
die Form eines Eies, das Ornament selbst die der Aneinanderreihung 
von Eiern annimmt, die Zwischenblätter werden ebenfalls durch 
Einschnitte zu pfeilspitzartigen Bildungen. 
Die letzte Consequenz dieser Umbildung zeigt das Kyma unter 
den Zahnschnitten am Kranzgesimse des Tempels des xjupiter tonansx. 
Die Bezeichnung des Kymas als wEierstaba hat mit der ursprüng! 
liehen Bedeutung dieses Ornamentes nichts gemein und ist eine voll- 
ständig handwerksmässige. 
Das lesbische Kyma kommt entweder in einer der grie" 
chischen Form ähnlichen Weise vor, oder erfährt in der decorativen 
Auszier eine dieser Form entgegengesetzte Bildung, indem nur der 
Rand der Blätter sehr plastisch gebildet stehen bleibt, die Zwischen- 
räume aber, anstatt mit dem Blattfleische und Zwischenblättern, von 
anderen Blatt- oder Blüthenformen, die abwechselnd nach oben 
und unten gekehrt sind, ausgefüllt werden. Fig. I 7I. 
Es entspricht dem Wesen des Kymas vollkommen, wenn an 
Stelle der herzförmigen Blätter die mehr naturalistische Form des 
Akanthusblattes nach unten gekehrt zur Verwendung kommt. 
Sehr häung findet an Stellen, wo die griechische Kunst nur 
das Kyma hinsetzte, die Sima Verwerthung, so wie auch die im 
Ausdrucke für Sima und Kyma verschiedene Decoration hier oft 
verwechselt wird. Fig. 172.
        

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