Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen des Alterthums
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2206032
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2207728
I)er 
römische 
Styl. 
127 
Die Villen und Paläste der Kaiser bestanden je aus einer 
Anzahl, auf mächtigen Terrassenanlagexl gruppirter, lose zusammen- 
hängender Bauten, und wuchsen förmlich zu stadtähnlichen Com- 
plexen von oft kolossalen Dimensionen an, in denen sich Wohn- 
häuser, Fora, Tempel, Theater, Triumphbögen, Bäder u. s. w, 
vertheilt fanden. 
Der Palast 
luilin in Rom. 
auf 
dem 
Palatin, 
das 
Haus 
goldene 
am 
Nero 
des 
Die Villa Hadrians in Tivoli bei Rom, eine der ausgedehn- 
testen Anlagen, enthielt neben den oben erwähnten Objekten eine grosse 
Anzahl Nachbildungen griechischer Gebäude und berühmter griechi- 
scher Oertlichkeiten, die Hadrian, um seiner Vorliebe für das Hel- 
lenenthum Genüge zu leisten, hier ausführen liess. 
Der Palast des Diocletian in Spalato ist entgegen den 
früheren Anlagen in Form eines fest ummauerten Lagers mit Thürmen 
erbaut und bildet demnach ein in sich geschlossenes bauliches Ganzes. 
Das Viereck ist 216 Meter lang und 179 Meter breit. Es ist 
mit je einem Thore in Mitte jeder Seite versehen, und von zwei die 
gegenüberliegenden Thore verbindenden Strassen durchkreuzt. 
Der in der Südhälfte des Palastes gelegene grosse Hof ist von 
Siiulenstelltmgen mit Bögen darüber, Fig. 160 u. 161, umgeben. In 
den seitlichen Höfen ein Prostylos und ein achteckiger Peripteros mit 
Kuppel, als Tempeln oder Tempel und Mausoleum bezeichnet. 
Der Palast des Diocletian ist die besterhaltene römische Palast- 
anlage, welche aber in der formalen Durchbildung die Spätzeit deute 
lich zu erkennen giebt. 
Während die bis jetzt genannten römischen Gebäude immer 
in erster Linie dem Zwecke der Raumschaffung entsprechen, sind 
die Triumphbögen und Ehrendenkmäler als blos decorative Bauten, 
als grosse Decorationen anzusehen. 
Der Triumphbogen ist aus dem Kriegsleben der Römer 
hervorgegangen und dient der dauernden Verherrlichung sieg- 
reicher Feldzüge. Das architektonische Moment desselben lag in 
der Herstellung entsprechend gegliederter Flächen, welche auf die 
Feldzüge bezügliche bildliche Darstellungen und Inschriften auf- 
nehmen konnten. 
Die Hauptform bestand demnach entweder in einer quer über 
die Strasse gestellten mächtigen Mauer, Welche von, der Strasse 
entsprechenden, Bogenthoren durchbrochen ist, oder wo das Ge- 
bäude auf den Kreuzungspunkt zweier Strassen gestellt wurde, 
aus einem im Grundriss quadratischen Mauerkörper, der von zwei 
sich kreuzenden Bogenhallen durchstossen ist. 
Die Aussenarchitektui- ist verschieden gebildet, je nach der
        

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