Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen des Alterthums
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2206032
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2207706
Der 
römische 
Styl. 
125 
bäude gestellt, 
Decke) dienten. 
der 
Anbringung 
Vehnns 
eines 
(gespanntes 
Tuch 
als 
I)ie Decorativarchitekttn- nur andeutungsweise ausgeführt, mit 
Hinweglassung eingehender Ausarbeitung auch des feinen Details. 
An der (lorischen Ordnung fehlen die 'l'riglyphen und Mutulen. Die 
jonischen und korinthischen (Tapitelle sind in ihren Formen nur ange- 
deutet, die Gebiilke sämmtlich nur mit nackten Profilen gebildet. Die 
Grösse des Gebäudes, die Eile bei der Ausführung, mag zu dieser Vers 
nüchterung, welche einen charakteristischen Gegensatz zum sonstigen 
Reichthum der Decorativarchitektur der Kaiserzeit bildet, beige- 
tragen haben. 
Amphitheater zu Pompeji, Herculanum, Tusculum, Sutri, Verona, 
Aquileja, Pola, Salona, Nimes, El Djemm (Afrika), Trier u. A. 
Die öffentlichen Bäder oder Thermen der Römer wurden 
in der Kaiserzeit zu ausgebreiteten Gebäuden, welche nicht blos 
je aus einem Kalt- (frigidarium), Lau- (tepidarium) und Warmbade 
(caldarium) bestanden, sondern in denen auch ausserdem für ge- 
selligen Verkehr, für Vergnügungen und ernste Erholung, Theater, 
Bibliotheken, Gymnasien etc. untergebracht waren. Die Kaiser der 
letzten Jahrhunderte wendeten ihre Aufmerksamkeit und bauliche 
Vorliebe auf die Bäderbauten für das Volk und schufen dieselben 
räumlich und formal zu den hervorragendsten Vertretern des 
Styles.  
Es handelte sich also hier um eine organische und auf Achsen 
bezogene wirkungsvolle Vereinigung von grösseren und kleineren, 
mit massiven Decken ohne Zwischenstützen gedeckten Räumen zu 
einem wohl abgewogenen in sich geschlossenen Ganzen. 
iÄfährend das Gewölbe bei den Theatern und Amphitheatern 
nur eine structive Bedeutung hatte, und deshalb auch keine be- 
deutungsvolle Ausbildung erfuhr, ist es bei den Thermen structiv 
und decorativ in vollster Entfaltung verwerthet. je nach der Grund- 
form der Räume sind T0nnen-, Kuppel-, Halbkuppel- und Kreuz- 
gewölbe in Anwendung gebracht. Der Thermenbau darf in der 
Ausbildung, wie er sich hier zeigt, als die äusserste Consequenz 
des antiken Gewölbebaues bezeichnet werden. Es kann wohl kaum 
etwas Verschiedeneres im Ausdrucke geben, als diesen gewölbten 
Raumbau mit seinen gekrümmten Flächen und Linien gegen den 
ruhig strengen Flachdeckenbau des griechischen Tempels. 
Das Pantheon in Rom wurde von Agrippa, Tochtermann des 
Augustus, als Theil (caltlarium) seiner Thermen erbaut. Es ist ein 
Rundkuppelbau mit Vorgesetzter Prostasis. Fig. 156.
        

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