Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen des Alterthums
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2206032
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2207695
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Der 
römische Styl. 
wölbebauten, die sich nach Aussen des Theaters zu als Bogengänge 
in mehreren Etagen öffnen, getragen werden. Das Scenengebäude 
hat nach dem Innern des Theaters zu eine, mit den entsprechenden 
Eingangsthüren versehene Wand, welche ausserdem durch Nischen 
und Säulenstellungen decorative Ausstattung erfährt. 
Dem Hauptprincipe der antiken Architektur gemäss, die Form 
der inneren Disposition eines Gebäudes im Aeusseren zu zeigen, 
gibt sich auch das Scenengebäude und der Rundbau des Zuseher- 
raumes deutlich in der Hauptanordnung der Aussenarchitektur zu 
erkennen.  
Beim Theater des Marcellus in Rom (I3 v. Chr. voll- 
endet) sind zwei Arcadenreihen des äusseren Halbkreises erhalten, 
die untere im dorischen, die obere im jonischen Style. Die Arcaden 
sind in der Weise nach Aussen gebildet, wie dies früher, Seite 119, 
erwähnt wurde. Die Bögen, Fig. 158, stützen sich auf Pfeiler, denen 
Halbsäulen als Träger der geschosstrennenden Gebälke vorgesetzt sind. 
Die die Gänge überdeckendexi Tonnengewölbe liegen auf den Bögen 
und Pfeilern und hinter den Gebälken. Die Ausführung der dorischen 
und jonischen Formen ist einfach und schablonenhaft. Die NVeitstellig- 
keit der schlanken Säulen, das Verhältniss der Höhen von Fries und 
Kranzgesimse zur Höhe des Architravs, ferner die Zahnschnitte an 
der dorischen Ordnung werden besonders auffallen. 
"fheater in Pompeji Orange, Aspendos u. A. 
Das Amphitheater, eine den Römern eigenthülnliche Ge- 
bäudeforrn, besteht aus der elliptischen Arena für die Kampfspiele 
zu Land oder Wasser und den von ihr nach allen Seiten bis 
bedeutender 
Höhe 
sich 
erhebenden 
Sitzreihen. 
Diese 
Sitz- 
reihen sind durch ein reiches System von Stiegen und -Gängen 
unter denselben, die von Gewölben getragen werden, zugäng- 
lich gemacht. Wie beim Theater, ist die Rundform des Inneren 
auch im Aeusseren deutlich zu erkennen. Die Gänge öffnen sich 
nach Aussen durch Bogenstellungen auf Pfeilern mit vorgesetzten 
Halbsäulen oder Pilastern, die ein durchlaufendes Gebälke tragen. 
Das flavische Amphitheater (Colosseunl) in Rom, 80 n. Cl1r., 
ist I9o Meter lang, 160 Meter breit. Die Höhe des äusseren Umfangs 
beträgt 50 Meter. 
Nach Aussen erscheinen vier Stockwerke. Die ersten drei mit je 
80 Bögen und von unten nach oben mit dorischer, jonischer und korin- 
thischer Halbsätllenarchitektur, das oberste ohne Bögen und mit, den 
Halbsäulen entsprechenden, korinthischen Pilastern an vollen oder von 
kleinen Fenstern durchbrochenen Wandflächen. 
XVandI-lächen 
Consolen 
Aufnahme 
Masten, 
welche 
durch 
das 
Kranzgesimse 
durchgeschobexx, 
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das
        

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