Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen des Alterthums
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2206032
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2207680
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Die Detailformen nehmen in den letzten Jahrhunderten an Schwere, 
der Charakter der ganzen Architektur an Ueberladenheit zu. 
Tempel des Augustus in Pola. Italischer Prostylos auf hohem 
Podium. Korinthischer Styl. Prostasis mit vier Säulen in der Vorder- 
ansicht und zwei Säulen in der Seitenansicht. (Siehe Fig. 131.) Säulen- 
basen attisch, Schläfte uncannelirt, Capitelle reich entwickelt, haben 
in der Bewegung der Stengel vor ihrer Theilung zur Involutirung 
Aehnlichkeit mit denen am Lysikratesmonumente, die Mittelvoluten 
nicht herausgedreht. Antenschaft cannelirt, Scamillum über dem Capi- 
tell und unter der Basis, Gesammtsäulenhöhe über IOIIZ Durchmesser. 
Gebälk klar dreigetheilt und ebenfalls dem griechischen sehr nahe 
kommend. F ries vorne mit Inschrift, an den drei übrigen Seiten 
mit plastischem Rankenornamente versehen. Geison mit Consolen, 
die nur an ihrer Vorderseite sich involutiren. Höhe des Gebälks gleich 
V5 der Säulenhöhe. Der Giebel mit senkrecht gestellten Consolen hat 
1,15 seiner Basis zur Höhe. 
Die Form des Prostylos zeigen die Tempel: Mars Ultor, Jupiter 
Stator, Antonin und Faustina, Jupiter tonans, in Rom, die sog. Maison 
carree in Nimes, der Augustustempel in Vienne, der sog. Aesculap- 
tempel in Spalato. Die Form des runden Peripteros, der Vestatempel 
in Rom. 
Als Ausnahme von der herkömmlichen Form darf der Tempel 
der Venus und Roma in Rom gelten. Derselbe, nach Hadrians Plan 
ausgeführt, war ein laorinthischer Pseudoperipteros decastylos mit zwei 
von den beiden Schmalseiten zugänglichen, mit Tonnen überdeckten 
Cellen, deren Bildernischen sich im Rücken berührten. Dieser grösste 
römische 'l'en1pel war 115 Meter lang und 60 Meter breit. 
Der Grabbau hält die Form des tuskischen Freigrabes ein, 
doch gesellt sich grössere Bereicherung im Sinne der Decorativ- 
architektur hiezu. Auf einem quadratischen Unterbau erhebt sich 
ein runder Aufbau, der nach oben in einen Tumulus endet. 
Beim Grabe der Familie Plautia bei Tivoli ist der viereckige 
Unterbau mit Vorgesetzter Halbsäxilenarchitektur versehen. Der runde 
Oberbau hat 20 Meter Durchmesser. 
Beim Mausoleum des Augustus in Rom, Unterbau von 69 Meter 
Durchmesser, darüber früher mit Bäumen besetzter Tumulus. 
Aehnlich, aber grösser, das Grab des Hadrian in Rom, mit vier- 
eckigem Unterbau, rundem Aufbau und Tumulus mit Quadriga darüber. 
Das römische Theater besteht wie das griechische aus halb- 
kreisförmig aufgebauten Sitzreihen für die Zuseher und aus dem 
Scenen- oder Bühnengebäude. 
Es bedarf nicht wie jenes ein vorgegebenes Terrain von der 
Form des Zuschauerraumes, sondern die Gewölbeconstruction ge- 
stattet die Errichtung des Theaters auf ebenem Boden, indem die 
ansteigenden halbkreisförmigen Sitzreihen von entsprechenden Ge-
        

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