Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen des Alterthums
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2206032
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2207672
I22 
Der 
römische 
Styl. 
Capitellen aufsetzend, das weiter in die Höhe gerückte Gebälk 
abstützt. Fig. 160. 
In derselben Spätzeit wird die Anordnung von horizontalem 
Gebälke über Säulen, mit der des bogenförmigen Gebälks combinirt 
zu einer Bereicherung der wirksamen Decorativarchitektur dieser 
Periode. Fig. I6I. 
Zur decorativen Gliederung der von der Structur gegebenen 
Grundform der Decke verwerthet der römische Styl die aus dem 
griechischen überkommene Cassettirung und zwar sowohl für 
flache, als auch für gewölbte Decken, und bildet dieselbe im 
Sinne grösserer Plasticität und reicherer Gesammtwirkung um. 
(Siehe Fig. 157.) 
Wie also der äussere Habitus des Architravs, der aus dem 
Gebälk 
flach gespannten Balken entstand, auf den Bogen übertragen wurde, 
so auch die Kunstform der Flachdecke auf die gekrümmte Decke. 
Während die Tonnen, Kuppeln und Kreuzgewölbe der monu- 
mentalen Bauten mit vier- oder auch mehrseitigen Cassetten ge- 
gliedert sind, entwickelt sich bei kleineren Bauten aus dem, oben 
Seite 106, erwähnten Decorationssysteme eine weniger auf plastische 
Wirkung berechnete, mehr spielende Flächendecoration. Die Tonnen- 
gewölbe der Theater und Amphitheater bleiben dagegen ohne 
Decoration. 
Den vielfachen Bedürfnissen des öffentlichen und Privatlebens 
entsprechend, schufen die Römer eine Anzahl von Gebäudetypen, 
welche in ihrer Gesarnmtform charakteristisch für den Styl sind. 
Hierher gehören sowohl gottesdienstliche, als auch profane 
Bauten. Die ersteren sind Raumbauten, die letzteren Raumbauten 
Qder blosse Decorativbauten, die nicht in der Absicht von Raum- 
Schaffung entstanden sind. 
Zu den gottesdienstlichen Bauten gehören die Tempel und 
Gräber, zu den Profanbauten die Theater und Amphitheater, die 
Bäder und Palastanlagen, die Triumphthore und sonstigen Ehren- 
denkmale. 
Für den römischen Tempel der Kaiserperiode gilt dasselbe 
was von dem der frührömischen Periode gesagt wurde. Er ist 
ein Säulenbau mit horizontaler Decke und als Prostylos oder 
runder Peripteros gebildet. 
Erst in derSpätzeit findet das Gewölbe Anwendung in der Cella. 
trotzdem das Aeussere immerfort den Gebälk- und Säulenbau ein- 
hält. Durchaus kommt die korinthische Ordnung zur Anwendung,
        

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