Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen des Alterthums
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2206032
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2207584
Der 
römische 
Styl. 
113 
Kelches senkrecht empor Wachsen. Sie theilen sich beiläufig in 
der halben Höhe des Capitells je wieder in zwei Stengel, wovon 
der eine nach den Ecken der Deckplatte, der andere nach der 
Mitte derselben geht, um dort mit dem Nachbarstengel zusammen- 
zutreffen und sich zu involutiren. 
Dem Her-austreten der Eckvoluten entspricht auch die Form 
der Deckplatte. Das Heraustreten der Mittelvoluten, welches mit 
der Form der Deckplatte nicht harmonirt, ist eine Inconsequenz, 
die nur auf Bereicherung des Capitells abzielt. 
Der korinthische Pilaster erhält dieselben Formen wie die 
Säule, nur sind sie von der Kreisform auf die RGChtCCkSfOFID des 
Kernes umgebildet. Arn Pantheon sind die Schäfte der Säulen 
glatt, die der zugehörigen Pilaster cannelirt. Die Breite des Pilasters 
entspricht der Breite des unteren Säulendurchmessers. 
Der Architrav ist dreigetheilt, die Theilung durch Astragale, 
oder Kymatien erzielt, oben ein Wuchtiges Kyma mit niederem 
Abacus darüber. 
Der Fries ist ungetheilt, glatt oder mit figürlichen oder 
ornamentalen Reliefen, oder mit Schrift besetzt und der Höhe des 
Architravs gleichkommend. 
Das Kranzgesimse besteht aus denselben Elementen wie im 
griechisch-korinthischen Style, nur tritt jetzt der Unterschied 
zwischen den rein-constructiven und den blos decorativen Theilen 
nicht mehr so prägnant hervor, indem die Höhen der Kymatia 
denen der Platten fast gleich kommen. 
Um eine grössere Ausladung zu ermöglichen, werden zumeist 
mehrere Platten übereinander und von Kymatien getrennt angeordnet. 
die oberste Platte ist dann, wie dies wohl auch schon in der spät- 
griechischen Zeit der Fall gewesen sein wird, von Consolen 
getragen. 
Das Kranzgesimse besteht demnach aus Kyma mit Astragal, 
Platte (glatt oder als Zahnschnitte getheilt), Kyma, Platte mit vor- 
geschobenen Consolen, Kyma, eigentlicher Hängeplatte und Sima. 
Die Consolen sind wie im griechischen Style (siehe Fig. 76 
u. 77) als vorne und rückwärts involutirte Fascien gebildet, deren 
Bewegung von einem an der Unterseite hervorwachsenden Akan- 
thusblatte gefolgt Wird. 
Der lichte Abstand der Consolen entspricht der Länge der 
selben. Die Unterseite der Platte zwischen den Consolen wird 
cassettenartig vertieft und mit Hängerosetten gefüllt. Diagonal ge- 
A. Hauser. SryI-Lehre. I. 2,Aufl 3
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.