Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen des Alterthums
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2206032
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2207415
Der 
römische 
Styl. 
namentlich 
Architektur und der Lösung mächtiger Dispositionen immentlich 
in Bezug auf deren Ueberdeckung bethätigen. 
Die Fortbildung des anfänglich blos dem Nutzbaue dienst- 
baren Gewölbes der TUSkCf wird im Verlaufe der römischen Ar- 
chitektur für den Charakter derselben massgebend. 
Das Gewölbe in Verbindung mit den Formen des griechischen 
Aufbaues, die auf horinzontale Deckung berechnet waren, musste 
den gesteigerten und in solcher Vielseitigkeit bis jetzt nicht ge- 
stellten baulichen Anforderungen des XVeltreiches entsprechen. 
Mit der glänzenden Ausbildung des Gewölbebaues treten die 
vom griechischen Baue übertragenen constructiven und decorativen 
Formen, da sie nur äusserliche Verwerthuilgen finden konnten, mit 
jenem in das Verhältniss eines Scheinorganismus und entfernen 
sich immer mehr von ihrer ursprünglichen Bedeutung, je mehr der 
Gewölbebau sich entwickelt. 
Construction und Decoration sind hier nicht aus einer ein- 
zigen ursprünglichen Idee erwachsen, sondern aneinandergepasst 
nach äusserlichen Beweggründen, welche in den meisten Fällen 
einer imponirenden Wirkung der Massen und richtigen Abwägung 
der Verhältnisse gelten. 
Fehlt somit der römischen Kunst die Unmittelbarkeit der 
Eründung, so werden wir doch in ihren NVerken eine Menge neuer 
Combinationen finden, welche auch für spätere Style bedeutungs- 
voll werden. 
Für das Detail im engeren Sinne werden ebenfalls die Formen des 
griechischen Baues verwerthet, doch erfahren dieselben ganz charak- 
teristische Veränderungen, welche hauptsächlich mit dem Streben 
nach kräftigerer NVirkung der Elemente auch bei grösserer Höhe der 
Gebäude, mit dem Anpassen derselben an die Dimensionen der Ar- 
chitekturtheile, sowie mit dem allgemein realistischeren Zuge der 
Rönaer, Welcher durchaus derbere Formen verlangte, zusammenhängen. 
Dabei verliert wie das Schema der Gebälkarchitektur auch das 
Detail seine tektonische Bedeutung und wird blos zur äusseren Zier. 
Beim römischen Style kann man zwei grosse, Wesentlich von 
einander verschiedene Perioden unterscheiden. 
Die erste ist die des Ueberganges von der spätgriechischen 
zur vollendet römischen Form, und fällt in die Zeit der letzten 
Jahrhunderte der Republik, die zweite ist die der vollendet römi- 
schen Form und gehört der Kaiserzeit von Augustus bis ins vierte 
Jahrhundert n. Chr. an. 
        

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