Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Styl-Lehre der architektonischen Formen des Alterthums
Person:
Hauser, Alois
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2206032
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2207384
tuskische 
Der 
Styl. 
Das Wesen desselben besteht in der Verspannung keilför- 
miger Steine, deren Fugen nach den Centren der Bogenlinien zu- 
sammenlaufenj Es tritt diese Construction hier nur als Halbkreis- 
l oder Tonnengewölbe auf. 
 Das älteste Beispiel ist die Cloaca maxima in Rom, ein 
Abzugscanal zur Entwässerung des Forum romanum, mit einem Tonnen- 
geivölbe von über 4 Meter Spannung überdeckt. 
Beim Stadtthore von Volterrn. (Porta dell'Arc0) sind die 
wichtigsten Punkte des Bogens, die ersten Steine über den XVider- 
lagern und der Schlussstein, dadurch besonders betont, dass plastische 
Köpfe an die betrePfendenKeilsteine angelrbeitet sind. 
Die Grabdenkmale sind Freibauten oder aus dem Fels 
bogen 
gehauene 
Der 
Grottenmonumente. 
Freibau ist entweder 
ein 
einfacher 
Tu1nulus 
oder 
ein 
Tumulus auf viereckigem oder rundem gemauertem hohem Unter- 
bau, oder endlich in Weiterbildung dieser Form ein hoher Unter- 
bau mit thurmartigen prismatischen oder läegelförmigen Aufbauten. 
T umulus bei Monterone 203 Meter, Poggio Gajella bei LChiusi 
268 Weter Umfang. Die Cuctunella zu Vulci besteht aus einem Unter- 
bau von 63 Meter Durchmesser, auf dem sich in der Mitte ein vier- 
eekiger Thurm von 9M: Meter Höhe und rings um diesen vier kegel- 
förmige T hürme erhoben. 
Die Felsgräber sind von zweierlei Art, und zwar solche 
mit Fagaden oder ohne äussere Betonung".  
Die schlichten Grabfagaden in den tuskischen Nekropolen 
haben sanft pyramidal abfallende Wände mit einfachem Sockel 
und Deckgesims. An der Vorderseite ist eine Scheinthüre mit 
schrägen Pfosten in Relief ausgearbeitet. 
Fagaden von Castellaccio, Norchia u. A. 
Die Gräber ohne Fagade sind aus dem Fels gehöhlte recht- 
eckige Räume mit nach den Wänden schräg abfallenden Decken. 
Sie sind in ihrer Gesammtform als Nachbildungen des Haupt- 
raumes der tuskischen Wohnhäuser: des Atriums, anzusehen und 
zeigen demnach auch die Structur des Freibaues im monolithen 
Fels nachgebildet. 
Gräber von Caere und Ylillci. 
Wird die Ausbildung der Gewölbeconstruction wichtig für 
die Profanarchitektur der Römer, so übt andererseits der tuskische 
Tempel einen grossen Einfluss auf die Grundrissdisposition des 
römischen Tempels aus. 
Plan und Aufbau des tuskischen Tempels, Fig. 130, sind 
wesentlich anders als beim griechischen Tempel.
        

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