Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1011531
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Geschichte des Franz. 
Geistes 
sei, uns von den Täuschungen der Natur abzuschliessen, und das 
Zeugniss, was sich unsern Sinnen darstellt, zu verwerfen. m) Denn, 
sagt Descartes, nichts ist gewiss, als der Gedanke; und es giebt 
keine andern Wahrheiten, als die mit Nothwendigkeit aus der 
Operation unsres eigenen Selbstbewusstseins folgen. Wir haben 
keine andere Kenntniss unserer Seele als von einer denkenden 
Substanzfm) und es, wäre uns leichter zu glauben, dass die Seele 
aufhören sollte zu existiren, als dass sie aufhören sollte zu den- 
kenßlfl) Und der Mensch selbst, was ist er anders als die Incar- 
nation des Gedankens? Denn was den Menschen macht, ist nicht 
sein Gebein, sein Fleisch und Blut. Dies sind die Accidenzien, die 
Auswüchse, die Hindernisse seiner Natur. Aber der Mensch selbst 
ist der Gedanke. Das unsichtbare Ich, das letzte Factum unserer 
Existenz, das Geheimtriss des Lebens, ist dies: „Ich bin ein Ding 
das denkt". Dies ist also der Anfang und die Grundlage unseres 
Wissens. Der Gedanke eines Jeden ist das letzte Element, zu 
dem die Analyse uns führen kann; er ist der höchste Richter über 
allen Zweifel, der Anfang zu aller Weisheit. 233) 
Von diesem Standpunkt, sagt Descartes, erheben wir uns dazu 
das Dasein Gottes gewahr zu werden. Denn unser Glaube an sein 
Dasein ist ein unwiderleglicher Beweis seiner Existenz. Woher 
sollte der Glaube sonst kommen? Aus nichts kann nichts ent- 
springen, und da keine Wirkung ohne Ursache sein kann, so folgt, 
dass unsere Vorstellung von Gott einen Ursprung haben muss; und 
dieser Ursprung, welchen Namen wir ihm auch geben mögen, ist 
513, mit einer Anmerkung in der Kritik der reinen Vernunft, Kaufs Werke II. 
323, 324.   
930) Meditations in Oeuv. de Descartes I, 220, 226; Objectlons et rejaonses, Oem). 
11, 245, 246. 
23') "Au lieu que, lorsque nous tächons ü comzaitre 191148 diäiinöißment nötre nature, 
nous pozwons voir, que nötre äme, en tanrquüalle est um subsmnee distlncte du corps, 
ne nous m eonnue que par eela seul qu'elle peme." Oeuv-res de Descartes, IV, 432; 
III, 96; Prinozpes de la philos. I, 53. 
939) "E12 sorte qu'il me seroit ölen plus aise de croirß QM Vämß 09880111515 d'ätre, 
quavld oh dlt qu'elle cesse de penser, que non pas de coneewoir qu'elle soit sans pensee." 
Oezw. de Descartes, VIII, 574. "Dass die Seele immer denke," ist ein Schluss zu 
dem auch "Berkeley auf einem andern Wege gelangt. Siehe seine spitzündige Beweis- 
führung Princzlnles of human knowledge I, 98; Berkeleyäv Werks I, 123; und eine 
merkwürdige Anwendung davon auf die Theorie des Traumes s. bei Burdaeh, Physiol. 
cqmme science düwbseruation V, 205, 230.  
933) Oeuvres de Descartes I, 251, 252, 279, 293; II, 252, 283.
        

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