Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1011447
VOTII 
bis zum 
18. Jahrh 
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aufmerksam maehtefw) dass in einer Zeit, wo optische Instru- 
mente änsserst unvollkommen! waren, er die Veränderungen ent- 
deckte, denen das Lieht im Auge durch die Krystalllinse unterwerfen 
wirdfw") dass er die Aufmerksamkeit auf die Folgen lenkte, welche 
 
202) Die Behauptungen von Huygens und Isaac Vossius, Descartes habe die Papiere 
von Snell gesehen, ehe er seine Entdeckung publicirte, haben kein directes Zougniss 
für sich, wenigstens haben keine Historiker der Wissenschaft, so viel ich weiss, welche 
beigebracht. So stark jedoch ist die Neigung der Menschen im Ganzen, grosse Männer 
herabzuwürdigen, und so allgemein der Wunsch, ihnen crborgte Weisheit nachzuweisen, 
dass dieser Vorwurf, unwahrscheinlich an sich, und nur auf dem Zeugniss zweier 
neidischer Nebenbuhler beruhend, nicht nur von neueru Schriftstellern wieder 
aufgewärmt, sondern sogar in unserer Zeit als einc wohlbegründete Thatsache 
erwähnt werden ist! Die schwache Grundlage dieser Anklage ist deutlich nachge- 
wiesen von Borzlas Demoulin in seinem werthvollen Werke: Le Oartäsiaiiisone, Paris 
1843, II, 9-12; während für die andere Seite ich mit Bedauern anführe Sir D. 
B-rezvster, On ihe progress of Optics, second report of Brit. assoc. 309, 31,0, und 
Wliewelßs Hisl. of tlie inductiee sciences II, 379, 502, 503. 
203) Siehe die interessanten Bemerkungen von ßjarenyel, Hist. de la mädeainc, IV, 
271 , 272, und Oeuvres de Descartes IV, 371. Was dies noch merkwürdiger macht, 
ist, dass das Studium der Krystalllinse lange nach Descartes Tode vernachlässigt, und 
dass mehr als 100 Jahre lang kein Versuch gemacht wurde, seine Ansichten zu ver- 
vollständigen, indem man ihren Bau genau untersuchte; ja, es heisst sogar in Thom- 
soivfs Animal clwmistry S. 512, die Krystalllinse und die beiden Feuchtigkeiten wären 
erst 1802 analysirt worden. Vergl. Simon's Aninuzl clwmistry II, 419-421; Heule, 
Traitö danatomie, I, 357; Lepelletier, Physiologie mädioale III, 160; Majds Ifumzm 
pkysiol. 279; Blaiwville, Pkysiol. oomparäe III, 325-328; keiner von ihnen spricht 
von irgend einer früheren Analyse, als aus dem 19. Jahrhundert. Ich bemerke dies 
zum Theil als Beitrag zu der Geschichte unsers Wissens, und zum Theil weil es be- 
weist, wie langsam die Menschen Descartes gefolgt sind und seine Ansichten vervoll- 
Stiindigt haben; denn wic Blainvillc mit Recht bemerkt, man muss die chemischen 
Gesetze der Linse verstanden haben, ehe man die optischen Gesetze der Lichthrechung 
erschöpfend ableiten kann; so dass in Wahrheit Berzelius' Untersuchungen über das 
Auge die von Descartes ergänzen. Die Theorie von der Beschränkung der Krystall- 
linse nach der absteigenden Stufenleiter des 'l'hierreichs, und der Zusammenhang ihrer 
Entwickelung mit einer allgemeinen Zunahme sinnlicher Wahrnehmung scheinen noch 
wenig studirt zu sein, aber Dr. Gmnt, Oompwruiive anatomy, 252 glaubt, die Linse 
existirc bei einigen der Rotiferen; während in Bezug auf ihre Erzeugung ich ßillß 
interessante Angabe in Müller-ß Pliysiol. I, 450 finde, dass bei Säugethieren die Linse, 
wenn sie entfernt worden war von ihrem Mutterboden, der Kapsel, wiedererzeugt 
worden ist. Wenn man sich hierauf verlassen kann, so spricht dies gegen eine Allf- 
stellung von Schwann, der in seinen Mioroscopioal Reseurolies, 87, 88 annimmt, die 
Ernährung der Linse sei selbstständig und sie selbst nicht eine Ausscheidung der 
Kapsel. Darüber, dtlSS sie wahrscheinlich bei den Hydrozoen verkommt, siehe Rymer 
Jmzeafs Aaiimal kinydom, 9ß,-„entweder als eine Krystalllinse oder als ein Otolith 
anzusehcnf" über ÜIIS Entwickelung beim Embryo siehe Burdacli, Traitä de pkysiok, 
1111, 435-38,
        

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