Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1011382
VOIII 
bis 
Zllm 
Jahrh. 
63 
Weltmoden" vermeiden: sie dürfen keine Troddeln an ihren Klei- 
dern haben, ihre Handschuhe müssen ohne Seide und Bänder sein, 
sie haben sich des Aufputzes und der weiten Aermel zu ent- 
halten. 188) 
Wer die Geschichte der geistlichen Gesetzgeberei nicht studirt 
hat, wird sich vielleicht wundern, dass ernsthafte Leute, Leute, die 
zu vernünftigen Jahren gekommen, und zu feierlicher Versammlung 
vereinigt waren, einen so aufdringlichen und kindischen Geist zei- 
gen, dass sie einen so kläglichen Blödsinn entwickeln konnten. 
Aber wer einen weiteren Blick über die menschlichen Angelegen- 
heiten thun will, wird geneigt sein, nicht sowohl die Gesetzgeber, 
als das System, in dem sie nur einen Theil bilden, zu tadeln. Denn 
die Menschen selbst handelten nur nach ihrer Art. Sie folgten nur 
der Ueberlieferung, in der sie aufgewachsen waren. Durch ihr 
Geschäft hatten sie sich daran gewöhnt, gewisse Gesichtspuncte zu 
haben, und als sie zur Gewalt gelangten, war es natürlich, dass 
sie ihre Ansichten zur Ausführung bringen wollten, und so die 
Maximen, die sie schon auf der Kanzel gepredigt hatten, in's Gesetz- 
buch übertrugen. Wo wir also von Verordnun en geistlicher Be- 
hörden lesen, die im Geiste der Einmischung, der Inquisition und 
der Quälerei erlassen wurden, sollten wir uns erinnern, dass sie 
nichts als die natürliche Folge. des priesterlichen Geistes sind, und 
dass die Mittel, solchen Beschwerden abzuhelten, oder ihr Vor- 
kommen zu verhindern, nicht darin gefunden werden können, dass 
man die Richtung dieses Standes, von dem sie ausgehen, zu ändern 
strebt, sondern vielmehr darin, dass man diesen Stand in seine 
gehörigen Grenzen einschlicsst, mit Eifersucht über seine "ersten 
Ausschreitungen wacht, jede Gelegenheit ergreift, seinen Einfluss 
zu vermindern, und endlich, wenn der Fortschritt der Gesellschaft 
einen so grossen Schritt erlaubt, ihm jene politische und gesetz- 
geberische Gewalt nimmt, die zwar "allmählig seinen Händen ent- 
schlüpft, aber selbst in den höchst civilisirten Ländern noch immer 
bis zu einem gewissen Grade von ihm behauptet wird. 
Aber lassen wir diese allgemeinen Betrachtungen bei Seite; 
jedenfalls wird man zugeben, dass ich Zeugniss genug beigebracht, 
m) lbid. I, 165. II, 7, 174, 574, 583. Ebenso versuchte der spanische Klerus 
im Anfang unsers Jahrhunderts die Kleidung der Frauenzimmer zu regeln. Dobladds 
Letters from Spam, 202-205, ein sehr guter Beweis davon, dass der priesterliche 
Geist, sei er katholisch oder protestantisch, immer der nämliche ist.
        

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