Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1011369
VOTH 
bis zum 
Jahrh. 
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erklärten, wenn nach diesem Verbot irgend eine damit fortfahren 
Sollte, so Würde sie nicht zum Abendmahl zugelassen werden. 1") 
Auf ihre eigne Geistlichkeit als die Lehrer und Hirten der Heer-de 
verwendeten sie eine noch gewissenhaftere Aufmerksamkeit. Die 
Diener des göttlichen Wortes durften das Hebräische lehren, weil das 
Hebräische eine heilige, von profanen Schriftstellern nicht verunrei- 
nigte Mundart ist. Aber die griechische Sprache, welche alle Philo- 
sophie und fast alle Weisheit des Alterthums enthält, durfte nicht beför- 
dert werden; ihr Studium wurde bei Seite gesetzt und ihre Professur 
unterdrückt. 178) Und um das Gemüth nicht von geistlichen Dingen 
abzuziehen, wurde auch die Chemie verboten. Eine solche, bloss 
irdische Beschäftigung passte sich nicht zu der Haltung des heili- 
gen Standes. 1T") Damit aber trotz dieser Vorsichtsmaassregel die 
Wissenschaft sich nicht unter die Protestanten einschleichen möge, 
wurden noch andere Maassregeln ergriifen, um sie gleich bei ihrer 
Annäherung abzuwehren. Die Priester vergassen gänzlich das 
Recht der freien Forschung, worauf ihre Secte gegründet war, und 
wurden so ängstlich in der Beschützung der Unvcrsichtigen vor 
Irrthum, dass sie Niemand erlaubten, ohne Genehmigung der Kirche 
ein Werk zu drucken oder zu veröffentlichen; das heisst mit andern 
Worten, die Priester selbst hatten dies zu genehmigen. 18") Nach- 
dem sie auf diese Weise alle Möglichkeit der freien Forschung 
zerstört, und so weit ihre Macht reichte, der Erwerbung aller reel- 
len Kenntnisse ein Ende gemacht hatten, suchten sie sich auch 
noch gegen einen andern Uebelstand zu schützen, den ihre Maass- 
regeln hervorgerufen hatten. Mehrere Protestanten nämlich, die 
einsahen, dass es bei diesem System unmöglich für sie wäre, ihre 
Kinder vortheilhaft zu erziehen, sandten sie auf eins von den bc- 
'77) lbidem 1, 165.  
173) Die Synode von Alcz seigt im Jahr 1620: "Ein Prediger kann zugleich Pro- 
fessor der Theologie und des Hebräischen sein, aber es schickt sich nicht für ihn, 
auch das Griechische zu lehren, wodurch seine meiste Zeit in der Erklärung heid- 
nischer und profanen Schriftsteller in Anspruch genommen würde. In diesem Falle 
müsste er aus seinem Predigtamt entlassen werden." Quick, II, 57. Drei Jahre 
darauf schaffte die Synode von Oharenton die griechische Professur ganz ab, "weil sie 
überflüssig und von geringem Nutzen wäre." lbid. II, 115. 
m) Die Synode von Saint Maixant verordnete 1609: "Zusammenkünfte und Syno- 
den sollten ein wachsames Auge auf die Prediger haben, die Chemie studirten, und 
sie ernstlich darüber vermahncn und zurecht weisen." Ibid- I, 314- 
18") lbid. I, 140, 194. II, 110.
        

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