Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1011128
VOIII 
bis zum 
18. Jahrh. 
37 
katholische Kirche entsprach, und dass dieser grosse Staatsmann 
in beiden Zweigen seiner Thatigkeit, durch den Fortschritt der 
WiSSenSChßift, Wodurch seine Zeit sich auszeichnete, unterstützt, 
den Kampf mit Vorurtheilen bestehen konnte, aus denen sich die 
Menschen nur langsam und mit unendlicher Schwierigkeit heraus- 
zuarbeiten suchten. 
 Die Behandlung der Französischen Protestanten ist ohne Zwei- 
fel eine sehr ehrenwerthe Seite des Richeliewschen Systems; und 
hierin, wie in andern freisinnigen Massregeln, wurde er durch den 
Verlauf früherer Ereignisse unterstützt. Seine Regierung, in Ver- 
bindung mit der Heinrich's IV. und der Königin Regentin genom- 
men, zeigt das edle Schauspiel einer Duldung, die viel vollstän- 
diger war, als irgend eine bis dahin im katholischen Europa 
gesehen werden War. Während. in andern christlichen Ländern 
die Menschen unaufhörlich verfolgt Wurden, blos weil sie andere 
Meinungen hegten, als die Geistlichkeit der herrschenden Kirche, 
wollte Frankreich dem allgemeinen Beispiel nicht folgen und nahm 
die Ketzer in Schutz, welche die Kirche so gern bestraft hätte. 
Ja, sie wurden nicht nur geschützt, sondern offen belohnt, Wenn 
Sie Talent zeigten. Sie wurden zu Civilämtern ernannt, aber auch 
manche von ihnen zu hohen Militärstellen befördert; und Europa 
sah mit Staunen die Armeen des Königs von Frankreich unter dem 
Befehle ketzerischer Generäle. Rohan, Lesdiguieres, Ohatillon, La 
Force, Bernhard von Weimar gehören zu den berühmtesten An- 
fiihrern, die Ludwig XIII. in Dienst hatte, und alle waren Prote- 
stanten, eben so wie einige jüngere aber ausgezeichnete Offiziere, 
wie Gassion, Rantzau, Schomberg und Turenne. Denn jetzt war 
denselben Männern nichts unerreichbar, die noch vor einem halben 
Jahrhundert wegen ihrer Ketzcreien bis zum Tode verfolgt worden 
waren. Kurz vor Ludwigs XIII. Thronbesteigung wurde Lesdi- 
guieres, der geschickteste General unter den Protestantischen Fran- 
zosen, zum Marschall von Frankreich '13) gemacht. Vierzehn Jahre 
später wurde dieselbe hohe Würde zwei anderen Protestanten, 
Chatillon und La Force, übertragen; der erstere soll den grössten 
H5) Ein Zeitgenosse sagt, er habe seine Anstellung erhalten, ohne dass er sich 
darum beforben: "sans ätrc ä la 601W ni lüwoir dämandä." Mänz. de Fontenay Mareuil 
11 70- 1622 waren auch Lesdiguiereä Lieutenants Protestanten: "Sei? lieutmants, qui 
eitafnt teus Huguenots." Ibid. I, 538. Diese Memoiren sind über politische und mili- 
tansßhe Gegenstände sehr werthvoll; ihr Verfasser hatte eine hervorstechende Rolle. in 
den Vorgängen gespielt, die er beschreibt.  
        

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