Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1011108
VOlIl 
16. bis zum 
1 8. Jahrh. 
35 
Wege geräumt wurde, wodurch er so oft unterbrochen worden 
Warßlb) Zugleich wurde die schliessliche Trennung der Theologie 
von der Politik vorbereitet, welche ganz zu Stande zu bringen die 
Aufgabe künftiger Geschlechter sein wird. Was für ein bedeuten- 
der Schritt in dieser Richtung gethan worden, sieht man an der 
Leichtigkeit, womit Männer, die in jeder Hinsicht unter Richelieu 
Standen, seine Operationen fortsetzten. Kaum zwei Jahre nach 
seinem Tode versammelte sich der Westphälische Friedenscon- 
g1'ßSS,10") und der berühmte Friede, der aus ihm hervorging, ist 
der erste umfassende Versuch, die streitenden Interessen der vor- 
Zügliohsten Europäischen Staaten auszugleichenßw) In diesem 
wichtigen Frieden wurden die geistlichen Interessen gänzlich miss- 
 
m) Diese Veränderung lässt sich deutlicher machen durch eine Vergleichung des 
Werkes von Grotius mit dem von Vattel. Beide ausgezeichnete Männer stehen noch 
in Ansehen als die grössten Autoritäten über das Völkerrecht; aber es herrscht der 
bedeutende Unterschied zwischen ihnen, dass Vattel mehr als ein Jahrhundert nach 
Grotius schrieb, als die weltlichen Principien, die Richelieu durchsetzte, selbst in die 
Köpfe gewöhnlicher Politiker eingedrungen waren. Deswegen sagt Vdttel, Le drall 
des gens l, 379, 380: „0n demande, s'il est permis de faire allumce avec une 
uatiou, qui ne prafesse pas ld mäme religion? Si les traitäs faiis M100 les eunemis de 
la fol sont valides? Grotius a traltä la, queslion assez au lony. Celle discusslqn pau- 
vuit ötre ozecessaire dem un tempsx ou ld jureur des partis obscuroissuit encore des 
princzjpes qu'elle avait long-temps fait oublier; osons crolre quelle serait superßue dann 
nutze siecle. La loz" uaturelle seule rägit les traites des nations; la dzfärence de reli- 
giou y est absolumeazt dtnmgere." Siehe auch 318 und I1, 151. Grotius dagegen ist 
gegen Bündnisse zwischen Völkern verschiedener Religion und sagt, nur die äusserste 
Noth könne sie rechtfertigen    Cariil faul clwrclwr prcmiermnent le rägue cäleste, 
c'est ä dire penseo" dmmt toutes clwses 2a la propagatiovz de Vdmmgllc. Und empfiehlt 
weiter, Fürsten sollten in dieser Hinsicht dem Rathe des Erzbischof Foulques von 
Rheims folgen! Grotius, 1112 droit de la guerre et de la paia: 1. II, O. XV, See. XI, 
V01. 1. p. 485, 486 ad. Barbcyrac, Amsterdam 1724, eine Stelle, die um sd lehrreicher 
ist, weil Grotius ein Mann von vielem Geist und grosser Humanität ist. Ueber Reli- 
gionskriege, wie sie natürlich in barbarischen Zeiten anerkannt wurden, siehe das 
merkwürdige und wichtige Wcrk Institutes of Tineour, 141, 333, 335. 
'09) „Le congres de Westphalie swum-lt le 10 uvrll 1643." Lavalläe, E581. des 
Frangais III, 156. Seine zwei grosscn Abtheilungen zu Münster und Osnabrück 
wurden im März 1'644 gebildet. Flassan, Hist. de la diplomatie III, 110- Richelieu 
starb im Dcc. 1642. Blog. Univ. XXXVllI. 28. 
 H") „Les rkgnes de Charles V et Henry IV srmt äpoqueß 19W?" 997750157198 274171598 d" 
dm"! imematioozal; men's le point de dejeart le plus saillant, c'est Za paix de Westm 
P7141511" Eschback, Introduc. ä l'e'tude du droit, 92. Vergl. die Bemerkungen über 
Meißel, in Biog. Univ. XXVI, 7, und Sislnondl, xxvr, 179; ubase au drolt publia 
de l'Europe," 
        

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