Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014563
Unmittelbare 
Ursachen 
Revolution  
der Franz. 
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kanischen Aufstande wie ein Funke in diese entzündbare Masse 
und brachte ein Feuer hervor, welches seine Verwüstungen unauf" 
hörlich fortsetzte, bis es Alles zerstört hatte, was einst den Fran- 
zosen theue1' war, und der Menschheit die furchtbare Lehre hinter- 
lassen hatte, in welche Verbrechen eine fortgesetzte Unterdrückung 
ein edles und langrnüthiges Volk stürzen könne. 
Dies ist eine flüchtige Skizze der Ansicht, zu der mich meine 
Studien über die Französische Revolution geführt haben. Dass 
ich alle Ursachen aufgefunden habe, nehme ich durchaus nicht 
an, aber ich glaube, man wird finden, dass keine wichtige über- 
gangen worden ist. Freilich lassen sich in dem Material, woraus 
der Nachweis besteht, mancherlei Mängel nachweisen und eine 
längere Arbeit würde durch einen grösseren Erfolg belohnt worden 
sein. Diese Mängel fühleich auf's tiefste, und ich kann nur be- 
dauern, dass mich die Nothwendigkeit, zu einem noch grösseren 
Felde über-zugehen, gezwungen hat, späteren Forschern eine so 
grosse Ernte übrig zu lassen. Zugleich sollte man bedenken, dass 
dies der erste Versuch ist, die Antecedenzien der Französischen 
Revolution nach einem Plane zu studiren, der weit genug reicht, 
alle ihre intellectuellen Formen einzuschliessen. Aller gesunden 
Philosophie zum Trotz, und ich möchte sagen," dem gesunden 
Menschenverstande zum Trotz, bestehen die Historiker hartnäckig 
auf der Vernachlässigung dieser grossen Zweige der Naturwissen- 
schaft, in welcher in jedem civilisirten Lande die Thätigkeit des 
menschlichen Geistes am deutlichsten zu erkennen, und daher seine 
Denkweise am leichtesten aufzufassen ist. Die Folge ist gewesen, 
dass die Französische Revolution, ohne Frage das bedeutendste, 
das verwiekeltste und das glorreichste Ereigniss in der Geschichte, 
Schriftstellern in die Hände gefallen ist, von denen manche bedeu- 
tendes Talent gezeigt haben, denen aber allen die wissenschaft- 
liche Bildung fehlte, ohne welche der Geist einer Periode sich 
nicht ergreifen und eine umfassende Ucbersicht über seine ver- 
schiedenen Theile sich nicht erlangen lässt. So, um nur einen 
Fall zu erwähnen, haben wir gesehen, dass der ausserordentliche 
Anstoss, den das Studium der Aussenwelt erhielt, auf's Innigste 
mit der demokratischen Bewegung zusammenhing, wodurch die 
Institutionen Frankreichs umgestürzt wurden. Aber diesen  Zu- 
sammenhang haben die Historiker nicht nachweisen können, weil 
sie mit dem Fortschritt der verschiedenen Zweige der Naturwissen- 
schaft und der Naturgeschichte unbekannt waren. Daher haben
        

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