Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014456
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Unmittelbare 
Ursachen der Franz. 
Revolution. 
allgemeinen Studium machten. Mit einem Wort, Während der 
30 Jahre zunächst vor der Revolution war die Ausbreitung der 
Naturwissenschaften eine so schnelle, dass die altklassischen Stu- 
dien um ihretwillen in Verachtung geriethen; '94) sie galten für die 
wesentliche Grundlage einer guten Erziehung und einige Bekannt- 
schaft mit ihnen hielt man für ein Bedürfniss jedes Standes, der 
sich nicht sein tägliches Brod durch Handarbeit zu verdienen 
hätte. '95)  
Die Folgen dieses bedeutsamen Umschwungs sind sehr merk- 
würdig und wurden durch ihre Kraft und ihr rasches Ilervortreten 
sehr entscheidend. So lange die verschiedenen Stande sich auf 
die Thatigkeit ihrer eignen Sphäre beschränkten, hatten sie eine 
Veranlassung bei ihren eigenthümlichen Sitten zu bleiben, und die 
Unterordnung, -so zu sagen die Hierarchie, der Gesellschaft War 
leicht aufrecht zu erhalten. Als aber die Mitglieder der verschie- 
denenStände sich an demselben Orte zu demselben Zwecke trafen, 
wurden sie durch eine neue Sympathie mit einander verbunden. 
Die höchste und dauerndste von allen Vergnügungen, das_ Ver- 
gnügen, welches uns die Einsicht in neue Wahrheiten gewährt, 
Wurde jetztein starkes Band, sociale Elemente, welche sich früher 
in den Stolz ihrer isolirten Stellung eingehüllt hatten, zu vereinigen. 
Ausserdem- erhielten sie nicht nur eine neue Bestrebung, sondern 
494) In einem Briefe von 1756 heisst es: „Maz's c'est peine perduc  
que de plaiäznter les "ärudits ; il n'y en a plus en France." Grivnm, Oorresp. Il, 15. 
Und 17645 "I? est Iumteua: et ineroyable ä queZ point Feinde des anciem est negligäe" 
IV, 97. Dann 1768: „ Uwe autre raison qm" rendm Zes traduciions des auteurs rmoiens 
de plus an plus rares an Fwmrcc, c'est que depuis Vlowg-teonps an n'y sait "plus le grec, 
et qu'on mylige Fätude du Za-t-in {aus las Jbzn-s drwaniage," VI, 140. Sberloek, 'Neu- 
letters from am Läaglisla iravcller, London 1781, S. S6, sagt: „Es ist sehr selten, dass 
man in Frankreich jemand findet, der Griechisch versteht." 1785 schreibt Jeiferson 
von Paris an Madisqn: "Griechische und Römische Autoren sind hier, glaube ich, 
theurer als irgend sonst wo in der Welt; da sie niemand liest, werden sie nicht 
wieder abgedruckt." Jqfßrsmfs Üorresp. I, 301. Siehe ferner über _diese Vernach- 
lässigung der Alten als einen bedeutungsvollen Vorboten der Revolution Münz. de 
Mowtbarey III, 181; Villemam, Lit. (m 13a sücle, III, 243-248; 1901110339193 
18th ccntury I, 344.      
195) Weitere Zeugnisse über die Popularität" der Naturwissenschaften und wie sie 
selbst studirt wurden, wo man es nicht hätte erwarten sollen, siehe Mäm. de Roland 
I, 115, 268, 324, 343; Mäm. (Je Jlforellel l, 15; Jlupont de Nemonrs, Mäm. swj 
Turgoi 45, 52, 53, 411; Mehr. de Brissoi I, 52, 151, 319, 336, 338, 357; Cuvier, 
Proyräs des sciences 1, S9.
        

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