Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014445
der Franz. 
Ursachen 
Unmittelbare 
Revolution. 
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ihre Zuhörer nicht mehr fassen, und es wurde wiederholt n0th- 
wendig gefunden, sie" zu erweiternß") Die Sitzungen der Akademie 
waren nicht langer auf wenige einsame Gelehrte beschrankt, son- 
dern wurden von Allen besucht, die sich durch ihren Rang oder 
Einfluss einen Sitz verschaffen konntenßm) Selbst vornehme Damen 
vergassen ihre gewöhnliche leichtfertige Lebensart und eilten zu 
den Erörterungen über die Zusammensetzung eines Minerals, über 
die Entdeckung eines neuen Salzes, über die Struotur derPiianzen7 
über die Organisation der Thiere, über die Eigenschaften des elek- 
trischen Fluidumsßm) Plötzlich schienen alle Stände von  Wiss- 
begierde befallen zu sein. Die grössten und schwierigsten For- 
schungen fanden Gunst vor den Augen von Leuten, de1'en Väter 
kaum die Namen der Wissenschaften gehört hatten, die sie be- 
trafen. Buttons glänzende Phantasie machte die Geologie plötzlich 
populär; Nollet leistete das Nämliche für die Elektricität und Four- 
croys Beredtsamkejt für die Chemie, während die bewunderns- 
würdigen Erörterungen Lalandes selbst die Astronomie zu einem 
49') Dr. Thomson, Hist. of okenzistry II, 160 sagt von Fourcr0y's Vorlesungen 
über Chemie, welche im Jahr 1784 begannen: „Der Zurlrang von Männern und Frauen 
war so gross, dass es zweimal nothwendig wurde den Hörsaal zu erweitern." Dies, 
erwähnt auch Omlier, ,Eloges II, 19. 
K99) 1779 bemerkte man, dass "las säanees publigues du Pacaclcnzie Fravzgwise son! 
{lmienues zme espäce de spectacle fort ä la mode," und da dies immer zunahm, so 
wurde das Gedränge zuletzt so gross, dass 1785 die Zahl der Billete vermindert wer- 
den musste; cs wurde sogar vorgeschlagen, dass die Damen ausgeschlossen werden 
sollten wegen störender Scenen, die vorgefallen waren. Grinmz et Dirlerot, Oorresp. Zit. 
x, 341, XIV, 14a, 149, 185, 251.   
'93) Goldsmith, der 1755 in Paris war, erzählt mit Erstaunen. „Ich habe einen 
so glänzenden Kreis von Schönheiten in den chem. Vorlesungen von Rouelle gesehen, 
als er nur den Hof von Versailles ziert." Primär Life of Goldsmith I, 180; Forsieräg 
Lzfc of Goldsmitk I, 65. In der Mitte des Jahrhunderts war die Elektricität bei den 
Pariser Damen sehr populär, und das Interesse daran wurde mehrere Jahre später 
durch Franklin wieder aufgefrischt. Vergl. Grimvn, Oarresp. VII, 122, mit Tulclcea-"s 
Lifle of Jqferson I, 195, 191. Ouvier, Elogcs I, 56 sagt uns, selbst die anatomischen 
Beschreibungen , welche Daubenton füli Bluffen schrieb, fand man Usur Zar toilem des 
femmcs." Diese Geschmacksveräuderung wird auch, obwohl in einem spöttischen 
Sinne, erwähnt in Mäm. de Genlis vol.- VI, 32. Vergl. Townshend's Bericht. Er be- 
suchte Frankreich auf seinem Wege nach Spanien. "Zahlreiche Versammlungen von 
Männern und Frauen aus den höchsten Ständen hören wissenschaftliche Vorlesungen 
der ersten Gelehrten in ihrem Fache    Mich überraschte sehr die fliessende Eleganz 
der Sprache des Professors der Anatomie und ebenso sehr die grosse Aufmerksamkeit 
seiner Zuhörer." Toumshmzdk Jonrazeg; ilirozrgh Spam l, 41; siehe auch Slmitlfs Tour 
an tlie comincnt in 1786i, I, 117. 
Buckle, Gesch. d. Civilisatiou. I. 2. 24
        

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