Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014388
Unmittelbare 
Ursachen 
der 
Franz. 
Revolution. 
363 
Während das chemische lllach der Mineralogie in einer unge- 
stalten und wahrhaft anarchischen Verfassung ist, hat doch das 
andere, die Krystallographie, grosse Fortschritte gemacht; und auch 
hierin wieder geschahen die ersten Schritte durch zwei Franzosen 
in der letzten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Etwa 1760 gab Rome 
de Lisle 18") das erste Beispiel von einem Studium der Krystalle 
nach einem so umfassenden Plane, dass er alle Verschiedenheiten 
ihrer primären Formen einschloss und von ihren Unregelmässig- 
keiten und der anscheinenden Launenhaitigkeit ihres Arrangements 
Rechenschaft gab. Bei dieser Untersuchung legte er die Annahme 
zum Grunde, dass alle sogenannte Unregelmässigkeit in der That 
. regelmässig sei, und dass das Verfahren der Natur unveränderlich 
dasselbe bleibe. 18') Kaum war diese grosse Idee auf die fast 
unzähligen Formen, worin Minerale krystallisiren, angewendet wor- 
den, als ein anderer Franzose, m) nämlich Haüy, sie mit noch 
aber ich sehe aus Liebig und KoppÄs Reports I, I9, 20, dass Frankenheim kürzlich 
einen erfunden hat, der die Winkel mikroskopischer Krystalle misst. Ueber die Irr- 
thümer beim Messen der Winkel siehe,Pkz'llzps' Mineral. 1837, S. VIII. 
'80) Er sagt: "Depuis ylus de ringt aus que je rrüaeeupe de eet objet." Ro-me de 
Lisle, Crisialloyraphie pp. Paris 1783, I, 91. 
491) Siehe seinen Essm" de oristdllogr., Paris 1772, p. X: „Un de eeux qui m'a 
le plus frappä ee sont les formes räyulieres e! eonstantes que prennent nuturellement 
eertains 00m8 que nous däsiyvzons pur le nom de eristdux." In demselben Werk S. 13: 
„Il fdut näcessairevneazt supposer que les moleeules iniägrantes des eorps an! ohaeune, 
suivunt qui lui est propre, une figure eonstante et determinäe." In seiner späteren Ab- 
handlung, Uristallographie, 1783, I, 70, giebt er erst einige Beispiele von der eusser- 
ordentlichen Verwickelung der Krystallformen und fügt dann hinzu: „Il n'est donc pds 
eionnant quc dVmbiles ehimistes rüaient rien vu de canstant ni de determinä dans los 
formes eristallines, tandis qu'il n'en es! uueune qu'on ne puisse, avee un peu dhzttention 
rapporfer ä la jigure üämeoztaire et prinzordiulrdont elle defrire." Selbst Buffon, trotz 
seines feinen Sinnes für das Gesetz, hatte eben erklärt: "Qßßm genäral la forme de 
eristallisation n'est pas un earaetöre eansiant, mais plus äquivoque et plus variable 
quüzueun autre des caraeieres pur Zesqzaelles an doit distinguer" les minärazax." De Lisle, 
I, p. XVIIL Vergl. über diese grosse Leistung De Lisle's Herseheläs Nut. phil. 239: 
"Er entdeckte zuerst die wichtige Thatsaehe der Beständigkeit der Winkel in denen 
sich ihre Flächen treffen."   
439) Das erste Werk von Haüy erschien 1784 (Quämrd, Fmnßß 117571157? IV, 41;) 
aber er hatte schon im Jahr 178i zwei spezielle Denkschriften vorgetragen. Ouvier, 
Eloges III, 138. Der geistige Zusammenhang zwischen seinen Ansichten und denen 
seines Vorgängers müssen jedem Mineralogen einleuchten; aber Dr. Wliewell, der dies 
ganz richtig eingesehen hat, Setzt hinzu (Hist. of the indue. seiences ILI, 229, 230): 
"Unglücklicher Weise waren Romä de Lisle und Haüy nicht nur Nebenbuhler, sondern
        

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