Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014376
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Ursachen der 
Unmittelbare 
Franz. 
Revolution. 
Dies leisteten die Franzosen des 18. Jahrhunderts für das 
Ptianzenreich; 1") und wenn wir uns jetzt zum Mineralreiche wen- 
den, so werden wir finden, dass wir ihnen dort ebenso verpflichtet 
sind. Das Studium der Mineralien ist das unvollkpmmenste von 
den drei Zweigen der Naturgeschichte; denn ungeachtet seiner an- 
scheinenden Einfachheit und der unendlichen Menge von Experi- 
menten, die gemacht worden sind, hat man hier die wahre Methode 
noch nicht entdecken können; es ist zweifelhaft, 0b die Mineralogie 
den Gesetzen der Chemie, oder denen der Krystallographie zu unter- 
werfen ist, oder ob beide Verfahrungsarten in Betracht zu ziehen 
sindßlß) Jedenfalls ist so viel gewiss, dass bis auf den heutigen 
Tag die Chemie sich unfähig gezeigt hat, die mineralogischen Er- 
scheinungen auf allgemeine Gesetze zu reduciren, und dass kein 
Chemiker, ausser Berzelius, die Sache unternommen und dabei die 
nöthige Denkkraft gezeigt hat. Nun sind auch noch Berzelius' 
Schlüsse grösstentheils umgestossen worden durch die glänzende 
Entdeckung des Isomorphismus, die wir bekanntlich Mitscherlich, 
einem der vielen grossen Denker Deutschlands, verdanken. m) 
477) Die Classiüeation nach den Kotyledonen (Samenlappen) hat solchen Erfolg 
gehabt, "dass mit sehr wenigen Ausnahmen fast alle Pflanzen von jedem Botaniker 
auf den ersten Blick mit unfehlbarer Sicherheit in ihre richtige Klasse gebracht wer- 
den könuen, und selbst ein blossus Bruchstück des Stamms, des Blattes oder irgend 
eines anderen Theils ist oft vollkommen genügend, um diese Frage zu entscheiden." 
Henslotvfs Batany S. 30. Ueber einige Schwierigkeiten, die der dreifachen kotyledo- 
nischen Eintheilung der Pflanzenwelt noch im Wege stehen, siehe Lindlegfs Botany 
II, 61 etc. 
m) Swainson, Study qf natura! ltistory 356, sagt: "Die Mincralogie bildet in 
der That nur einen T_heil der Chemie." Das heisst wirklich die Frage sehr rasch 
entscheiden; was wird aber unterdessen aus den geometrischen Gesetzen der Mineralien? 
und was sollen wir mit dem Verhältniss ihrer Struetur und der optischen Phäno- 
mene anfangen, welehe Sir David Brewster mit so viel Scharfsinn an's Licht geför- 
dert hat? 
479) Die Schwierigkeiten, welche in das Studium der Mineralogie durch die Ent- 
deckung des Isomorphismus und Polymorphismus eingeführt wurden, sind ohne Zweifel 
bedeutend; aber Beudamf, Minzfralogic, Paris 1851, S. 37, scheint mir ihren Einfluss 
auf die Wichtigkeit der krystallinischen Formen zu überschätzen. Sie sind dem blos 
chemischen Arrangement viel schädlicher; dann unsere Instrumente zum Messen der 
kleinen Winkel der Krystalle sind noch sehr unvollkommen, und der Goniometer ent- 
deckt Vielleicht manche wirklich existirende Unterschiede nicht; und so mögen manche 
Fälle von angeblichem Isomorphismus in Wirklichkeit keine solche sein. Wollaston's 
Spiegel-Goniometer hat lange für das beste Instrument der Krystallograplnen gegolten;
        

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