Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014358
360 
Unmittelbare 
der Franz. 
Ursachen 
Revolution. 
Aber die umfassendste Wahrheit, die wir von  den Pflanzen 
kennen, ist die, Welche ihre allgemeine Structur betrifft  und diese 
haben wir von den grossen Franzosen gelernt, die in der letzten 
Hälfte des 18. Jahrhunderts die Aussenwelt zu studiren begannen. 
Die ersten Schritte geschahen gleich nach der Mitte des Jahrhun- 
derts durch Adanson, Duhamel de Monceau und vor allen durch 
Desfontaines, drei ausgezeichnete Denker; sie bewiesen die Aus- 
führbarkeit einer natürlichen Methode, die bisher unbekannt ge- 
wesen und von der selbst Ray nur eine entfernte Ahnung hatten?) 
Dies schwächte den Einfluss des künstlichen Systems ven Linne m) 
und bereitete dadurch eine vollständiger-c Neuerung vor, als in 
irgend einer andern Wissenschaft ausgeführt worden ist. 
 In dem nämlichen Jahr, wo diese Revolution stattfand, stellte 
Jussieu eine Reihe botanischer Begriffe auf, die im Wesentlichen 
alle innig verbunden sind, und noch immer die höchsten genannt 
werden müssen, welche man in diesem Wissenszweige erreicht 
hatß") Davon brauche ich nur die drei grossen Sätze zu erwähnen, 
den erkannt werden. In den letzten 30 Jahren sind verschiedene Gesetze dieser soge- 
nannten Missgcbnrten erkannt worden, und man hat bewiesen, dass sie ganz und gar 
nicht unnatürlich, sondern vollkommen natürlich sind. So ist eine neue Wisenschaft 
geschaffen werden unter dem Namen der Teratclogie, welche" die alten "Naturspiele" 
(Zusus naluraej in einem ihrer liebsten Bollwerke zerstört. 
m) Dr. Lindsay, Third report of Brit. assoc. 33, sagt, Desfontaines habe zuerst 
die entgegengesetzte Art des Wachsthurns bei dikotyledonischen und monokctyledonischen 
Stämmen nachgewiesen. Siehe auch Richard, Elämens de botanique S. 131, und Oueim; 
Elagcs I, 64. Ueber Adanson's und De Monceau's Schritte siehe Ufinckler, GQSÜIL. der 
Botanik, S. 204, 205; Tlunnsoßfs Ulzeenistry of Iveyetables, Qälylinallegfs Introducf. 
to botany II, 132. O 
m) Es ist merkwürdig, wie lange selbst gute Botaniker, lange nachdem die Supe- 
riorität des natürlichen Systems bewiesen war, an dem Linnöischen System festhielten. 
Dies ist um so sonderbarer, da Linne selbst, gewiss ein Mann von grossem Genie und 
ausserordentlichcm Combinatiensgeist, immer zugab, dass sein System nur provisorisch 
wäre, und dass der Hauptzweck eine Classiiication nach natürlichen Familien sein 
müsse. Winckler, Gesell. der Bolanik, S. 202; und Richard, Elements de boianique, 
S. 570. Und was konnte man auch von dem dauernden Werth einer Eintheilung 
halten, welche das Rohr und die Berberitze zusammenthat, weil beide Hexandria 
sind, und welches Sauerampfer mit Saifran zusammenbraehte, weil beide Trigynia 
Wären? Jussiczfs Botaniqzze, 1849, S. 524. 
474) Die Genera Plantarum von Antoine Jussieu wurden 1789 zu Paris gedruckt, 
und obgleich das Buch, wie bekannt, das Werk langjähriger Arbeit ist, haben doch 
einige Schriftsteller behauptet, die Ideen darin seien von seinem Onkel, Bernard Jus- 
sieu. Aber solche Versicherungen verdienen selten Beachtung, und da Bernard nichts
        

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