Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014333
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Ursachen 
Unmjttelbare 
der Franz. 
Revolution. 
Nun Wirken zwar noch andere Ursachen mit, aber dennoch 
kann man sagen,rdass die Entwickelungsfähigkeit des animalischen 
Lebens dem Intermittiren seiner Functionen zu verdanken ist, und 
dass die Unfähigkeit des organischen Lebens, sich zu entwickeln, 
von seiner Continuität herrührt. Ferner lässt sich behaupten, dass 
das Intermittiren des ersteren Lebens von der Symmetrie seiner 
Organe, und die Continuität des zweiten von ihrer Unregelmässig- 
keit herrührt. Gegen diesen weiten und überraschenden Begiiü 
lassen sich mancherlei Einwürfe machen, die zum Theil unwider- 
leglich scheinen; dass er aber den Samen zu grossen Wahrheiten 
enthält, daran zweifle ich nicht im mindesten. Jedenfalls kann 
man die Methode nicht genug rühmen, denn sie vereinigt das Stu- 
dium der Function und der Structur mit dem der Embryologie, der 
Piianzenphysiologie, der Theorie von der Vergleichung und von 
dem Einfluss der Gewohnheit, und eröffnet so ein weites herrliches 
Feld, welches Bichat's Genie zu beherrschen im Stande war, über 
welches aber seit ihm weder Physiologen noch Metaphysiker einen 
allgemeinen Ueberblick auch nur gewagt haben. 
Dieser stationäre Zustand, der in uiiserm Jahrhundert hinsicht- 
lich eines Gegenstandes von so spannendem Interesse eingetreten 
ist, ist ein entschiedener Beweis für den ausserordentlichen Genius 
Bichat's; denn ungeachtet der Beiträge zur Physiologie und zu 
allen Zweigen der Naturwissenschaft, die mit ihr zusammenhängen, 
ist nichts geschehen, was im Entferntesten mit der Theorie des 
Lebens zu vergleichen wäre, wie er sie mit weit geringeren Hülfs- 
mitteln construiren konnte. Dies erstaunliche Werk hinterliess er 
in der That sehr unvollkommen, aber selbst an" seinen Mängeln 
erkennen wir die Hand des grossen Meisters, den in seinem eignen 
Gegenstande bis jetzt noch Niemand erreicht hat. Seine Abhand- 
lung über das Leben kann man wohl den grossen Fragmenten 
alter Kunst vergleichen, welche, so unvollkommen sie sind, doch 
das Gepräge des grossen Geistes tragen, aus dem sie geboren wur- 
den, und in allen einzelnen Theilen die Einheit der Auffassung 
darstellen, welche sie uns zu einem vollkommenen lebendigen Gan- 
zen machen. 
Aus dem vorhergehenden Ueberblick der Entwickelung der 
Naturwissenschaft kann sich der Leser eine Idee von dem Geiste 
der ausgezeichneten -Männer machen, die in Frankreich während 
der letzten Hälfte des 18. Jahrhunderts auftraten. Um das Ge- 
mälde zu vollenden, ist es nur nöthig zu untersuchen, was in den
        

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