Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014317
356 
Unmittelbare 
der Franz. 
Ursachen 
Revolution. 
Organe meist nur einzeln dastehen, wie der Magen, die Leber, die 
Brustdrüse und die Milzßßii)  
Aus dieser fundamentalen Verschiedenheit der Organe der 
beiden Leben sind noch einige andere interessante Unterschiede 
.entstanden. Da unser animalisches Leben zwiefach, während unser 
organisches einfach ist, so Wird es dem ersteren möglich, zu ruhen, 
d. h. eine Weile einen Theil seiner Functionen einzustellen, und 
sie nachher wieder aufzunehmen. Aber im organischen Leben 
heisst aufhören  sterben. Das Leben, welches wir mit den Pflan- 
zen gemein haben, schlaft nie; und wenn seine Regungen nur 
einen Augenblick innehalten, so thun sie es für immer. Der 
Prozess, Wodurch unser Körper einige Substanzen aufnimmt, andere 
aussondert, leidet keine Unterbrechung; er ist seiner Natur nach 
ununterbrochen, denn da er einfach ist, kann er nie eine Ergän- 
zung und Hülfe erhalten. Das andere Leben können wir erfrischen 
nicht nur im Schlaf, sondern sogar im Wachen. S0 können wir 
die Organe der Bewegung anstrengen, während wir die des Den- 
kens ruhen lassen; ja wir können sogar einer Function eine Er- 
leichterung verschaffen, indem wir fortfahren sie anzuwenden, denn 
unser Thierleben ist doppelt, und so können wir eine kurze Zeit, 
wenn der eine Theil müdelist, den entsprechenden andern benutzen, 
einen Arm, ein Auge z. 15., wenn das andere zufällig erschöpft 
ist, was dem organischen Leben, wegen seiner Einfachheit, nicht 
möglich ist. M) 
Da unser thierisches Leben also wesentlich intermittirend, und 
unser organisches wesentlich continuirendwö) ist, so musste noth- 
Wendig das erstere einer Entwickelung fähig sein, deren das zweite 
unfahig ist. Keine Verbesserung ohne Vergleichung, denn nur 
durch Vergleichung eines Zustandes mit einem andern können wir 
frühere Irrthümer berichtigen und sie später vermeiden. Nun lässt 
unser organisches Leben solche Vergleichung nicht zu, weil es im 
ungestörten Zustande nicht in Stufen unterbrochen wird, sondern, 
463) Bichat, Sur la wie 15-21. 
464) Ibid. 21-50. 
465) Ueber das Intermittiren als einer Eigenschaft des thierischen Lebens siehe 
Hollandäe Med. notes 313, 314, wo Bichat als sein grosser Erklärer genannt wird. 
Ueber die Goutinuität des organischen Lebens siehe Burdaclfs Plzysiol. VILI, 420. 
Oomte hat interessante Bemerkungen über Bichaifs Gesetz des Intermittirens gemacht: 
Pos. phil. III, 300, 395, 744, 745, 750, 751. 
O
        

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