Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014294
354 
Ursachen 
Unmittelbare 
der Franz. 
Revolution. 
mit verdienter Ausführlichkeit in einem späteren Theil dieses Werks 
erzählt werden, wo ich den jetzigen Zustand des Europäischen 
Geistes prüfen und mich bemühen werde, seine Aussicht für die 
Zukunft anzugeben. Um jedoch unsere Charakteristik Bichat's zu 
vollenden, wird es nöthig ein Werk von ihm zu betrachten, welches 
Einige für sein werthvollstes halten, worin er nichts Geringeres 
vorhatte, als einen erschöpfenden Begriff von den Lebensfunctionen 
aufzustellen. Es scheint mir zwar, dass Bichat hier in wesent- 
lichen Punkten scheiterte; dennoch steht das Werk selbst bis jetzt 
allein und ist ein so einleuchtender Beweis von dem Genie des 
Verfassers, dass ich einen kurzen Abriss seiner Grundansichten 
geben will. 
Das Leben im Ganzen hat zwei verschiedene Zweige, 161) das 
Thier- und das Pflanzenlcben. Animalisch ist das Leben, welches 
den Thieren ausschliesslich zukommt; das welches beiden, Thieren 
und Pflanzen gemeinsam ist, nennt man organisches Leben. Wäh- 
rend daher die Pflanzen nur ein Leben haben, hat der Mensch 
zwei verschiedene Leben, die unter ganz verschiedenen Gesetzen 
und, obwohl innig verbunden, fortdauernd im Gegensatz zu ein- 
ander stehen. lm pflanzlichen oder organischen Leben existirt der 
Mensch einzig für sich; in dem animalischen Leben kommt er mit 
andern in Berührung. Die Functionen des ersteren sind rein inner- 
lich, die des zweiten äusserlich. Sein organisches Leben beschränkt 
sich auf den doppelten Prozess der Ersohaiiung und Zerstörung: 
der erschaifende Prozess ist der der Assimilation, wie Verdauung, 
Circulation und Ernährung; der Zerstörungsprozess ist der der Aus- 
sonderung, wie Ausathmung, Ausdünstung u. s. w. Dies hat der 
Mensch mit den Pflanzen gemein, und im natürlichen Zustande 
hat er von diesem Leben kein Bewusstsein. Dagegen ist das 
Charakteristische seines thierischen Lebens Bewusstsein, er kann 
sich bewegen, fühlen und urtheilen in Folge seines thierischen 
Lebens. Durch das erstere existirt er nur vegetabilisch; durch das 
Hinzutreten des zweiten Lebens wird er ein Thier. - 
Sehen wir nun auf die Organe, wodurch die Functionen dieser 
beiden Leben betrieben werden, so fallt uns die merkwürdige That- 
sache auf, dass die Organe seines pflanzlichen Lebens sehr unregel- 
gän. 
464) Biohat, 
I , 73. 
Recherclws 
wie 
mort 
226; 
und 
seine 
Anut.
        

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