Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1010503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014207
Unmittelbare Ursachen 
der Franz. 
Revolution. 
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seinem Tode, m) gab er sein grosses Werk über die Anatomie 
heraus, und darin ordnet er das Studium der Organe dem Studium 
der Gewebe, aus denen sie bestehen, gänzlich unter. Er stellt auf, 
der Körper des Menschen bestehe aus 21 verschiedenen Geweben; 
alle seien zwar wesentlich verschieden, hätten aber die beiden 
grossen Eigenschaften der Dehnbarkeit und der Oontractilitat mit 
einander gemein. m) Diese Gewebe unterwarf er mit unermüd- 
lichem Fleisse 143) aller möglichen Untersuchung. Er untersuchte 
sie in verschiedenen Lebensaltern und Krankheiten, um sowohl 
ihre normale, als ihre pathologische Entwickelung festzustellenßß) 
441) Biog. mm). IV, 468, 469. 
m) Eine Liste der Gewebe giebt Biclmt, Anat. yän. I, 49,. und S. 50 sagt er: 
„Unter welchem Gesichtspunkt man auch die Gewebe betrachten mag", sie gleichen 
sich durchaus nicht; die Natur, nicht die Wissenschaft hat eine Grenzlinie zwischen 
ihnen gezogen." Es ist jedoch gegenwärtig Grund vorhanden zu glauben, dass sowohl 
die animalischen als die vegetabilischen Gewebe in all ihren Verschiedenheiten auf den 
Ursprung aus der Zelle zurückgeführt werden können. Diese grosse Ansicht, welche 
besonders Schwann durchgeführt hat, wird, wenn sie vollständig festgestellt ist, die 
weitgreifendste allgemeine Auiiassung sein, die wir über die organische Welt besitzen, 
und ihr Werth kann nicht leicht überschätzt werden. Doch liegt eine Gefahr nahe, 
durch voreilige Erreichung eines so umfassenden Gesetzes die untergeordneten, aber 
stark ausgedrückten Verschiedenheiten der wirklich existirenden Gewebe zu vernach- 
lässigen. Burdach, Traitä de physioloyie VI, 195, 196, hat einige gute Bemerkungen 
über die im Studium der Gewebe eingerisenc Verwirrung gemacht, eben weil man 
die hervorspringenden charakteristischen Unterschiede, die Bichat angegeben, ausser 
Acht gelassen. 
443) Pinel sagt: „In einem einzigen Winter hat er mehr als G00 'Leichen seeirt." 
Notice sur Biclmt S. XIII,'in vol. I seiner Anal. gän. Durch solche ungeheure Arbeit, 
die er Tag und Nacht in einer nothwendig verderbten Atmosphäre fortsetzte, legte er 
den Grund zu einer Kräuklichkeit, die einen kleinen Unfall tödtlich machte, und ihn 
in einem Alter von 31 Jahren wegraifte. Pinel sagt S. XVI: "Man hat Mühe sich 
vorzustellen, dass das Leben eines Menschen ausreichen könne zu so viel Arbeiten und 
zu so vielen Entdeckungen, die er gemacht oder angedeutet. Bichat starb, ehe er 
sein 32. Jahr vollendet hatte I" 
444) Dieser Art vergleichenden Anatomie (wenn ich so sagen darf), die vor seiner 
Zeit kaumexistirte, legte Bichat grorssen Werth bei, und sah deutlich ein, dass sie 
mit der Zeit für die Pathologie äusserst wichtig werden würde. Anat. gen. 1, 331, 
332, II, 234-241, IV, 417. Ungliicklicher Weise wurden diese Forschungen von 
seinen unmittelbaren Nachfolgern nicht gehörig verfolgt; und Müller, der lange nach 
seinem Tode schreibt, musste sich wegen deriwahren Prinzipien der allgemeinen Patho- 
logie besonders auf Bichat beziehen. Müllerhv Physiology, 1840, I, 808. Auch Vogel 
in seiner Patholayical rmatomy", 1847, 398, 413, bemerkt den Fehler, den ältere Patho- 
logen gemacht, indem sie auf Veränderungen inden Organen merkten, und die in den
        

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